Haldensleben l Vorsichtig trägt die Baggerschaufel das Erdreich ab. Stück für Stück kommt dabei eine Stromleitung zum Vorschein, die neben der Lüneburger Heerstraße verläuft. Hier hat es laut den Haldensleber Stadtwerken am Donnerstag gegen 1.20 Uhr einen Kurzschluss gegeben.

Die Folge: Etwa 500 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Laut Reiko Freier, dem Bereichsleiter Netzbetrieb bei den Stadtwerken, waren mehrere Straßenzüge betroffen: unter anderem das Wohngebiet Klingteich, die Dessauer Straße und der Asternweg. Die Kiefholzstraße zählte ebenfalls dazu - und damit die beiden Standorte des Ameos-Klinikums.

Stadtwerke haben Fehler lokalisiert

Mitarbeiter der Stadtwerke hätten sich zunächst auf den Weg gemacht, um den Fehler zu lokalisieren. „Da wir ein sogenanntes Ringnetz betreiben, konnten wir den betroffenen Bereich abschalten und trotzdem die Versorgung gewährleisten“, informierte Reiko Freier. Gegen 2.30 Uhr sei die Störung behoben gewesen.

Als Ursache des Vorfalls wurde zunächst Materialermüdung vermutet. Das schien sich im Laufe des Donnerstags aber nicht zu bestätigen. Wie Reiko Freier gegenüber der Volksstimme ausführte, wurde die betreffende Leitung vermutlich bei Tiefbauarbeiten durch ein anderes Unternehmen beschädigt. Allerdings könne das schon länger her sein. Die Frage, wer die Verantwortung für die Beschädigung trägt, blieb zunächst unklar. Man wolle keine öffentlichen Mutmaßungen anstellen, so Reiko Freier.

Krankenhaus mit Notstromaggregat

Arbeiter legten gestern den defekten Leitungsabschnitt frei, um ihn auszutauschen. Dafür war eine halbseitige Sperrung der Lüneburger Heerstraße notwendig. Die Zufahrt zum Waldstadion oder zur Johanne-Nathusius-Schule blieb gewährleistet.

Im Krankenhaus sorgte der Stromausfall für keine besonderen Vorkommnisse: „Tatsächlich waren beide Bereiche unseres Klinikums vom Stromausfall betroffen“, bestätigt die Kommunikationsverantwortliche von Ameos Yvonne Eichelmann. Probleme habe das aber nicht ausgelöst: „Natürlich verfügen wir für solche Fälle über eine Notstromversorgung, die auch prompt angesprungen ist. Dadurch konnte eine sichere Versorgung aller Patienten gewährleistet werden“, betont Yvonne Eichelmann.

Um auf vergleichbare Ereignisse vorbereitet zu sein, werde im Haldensleber Ameos-Klinikum in regelmäßigen Abständen ein Stromausfall simuliert und die Notstromversorgung überprüft.