Haldensleben l Die Idee des sogenannten Baulandkatasters ist nicht neu. Schon 2015 wurde über dieses Thema beraten. Doch jetzt wird es ernst: Ab Juli 2019 soll das neue Angebot nutzbar sein - und zwar über die Internetseite der Stadt.

Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses waren Ulrike Kegler und Ilona Hadasch vom Büro für Siedlungserneuerung aus Dessau zugegen. Sie informierten über den aktuellen Stand der Dinge. Außerdem erklärten sie, wie das Kataster funktionieren soll. Denn die Stadt hatte das Unternehmen mit der Erstellung des Verzeichnisses beauftragt.

So ähnlich wie bei Google

Im Endeffekt wird das Angebot so ähnlich aussehen wie eine Google-Karte. Benutzer können den gewünschten Ausschnitt wählen. Grundstücke, die bebaut werden können, sind markiert. Auf einen Klick erhalten angehende Bauherren die wichtigsten Grundinformationen: Wie groß ist das Grundstück? Wie weit ist es bis zum Bahnhof oder zur nächsten Schule? Wer ist mein Ansprechpartner in der Stadtverwaltung, wenn ich gern mehr erfahren möchte? Nach Ausführung der beiden Mitarbeiterinnen soll es auch eine E-Mail-Schaltfläche für eine sofortige Kontaktaufnahme geben. Eine Suchfunktion sei ebenfalls geplant.

Was es nicht geben soll, sind Angaben zum Eigentümer des Grundstücks. Die fallen unter den Datenschutz. Bei Interesse stellt die Stadt aber den Kontakt her. Unter anderem aus diesem Grund werde es das Baulandkataster in zwei Versionen geben - eine für die Öffentlichkeit und eine für die Mitarbeiter der Verwaltung. Letztere wird bei Bedarf den Zugriff auf deutlich mehr Informationen ermöglichen.

Auf freiwilliger Basis im Kataster

Wer nicht will, muss aber nicht mitmachen. Wie Ulrike Kegler und Ilona Hadasch informierten, wurden für das Kataster zunächst Karten und Luftaufnahmen zurate gezogen. Auf diese Weise wurden 500 Flächen ermittelt, die für das Kataster von Interesse sein könnten. Anschließend wurde ausgesiebt. Das Kataster soll nämlich nur Grundstücke anzeigen, für die tatsächlich Baurecht besteht - und nicht solche, für die nach dem Flächennutzungsplan das Baurecht hergestellt werden kann.

Letztere sollen sich in der verwaltungsinternen Version des Katasters aber zuschalten lassen. Nicht zuletzt soll das Kataster auch in der öffentlichen Variante über Altlasten und Überschwemmungsgebiete informieren.

Fotos und Zusatzinfos

Fotos der entsprechenden Grundstücke, sofern sie vom öffentlichen Raum aus aufgenommen sind, und Informationen zur aktuellen Nutzung der Areale soll das System ebenfalls aufnehmen können. Derzeit werde unter anderem noch untersucht, wie es beispielsweise mit Strom- oder Wasseranschlüssen aussieht, ob diese vorhanden sind oder nicht.

Wie die Mitarbeiterinnen des Büros aus Dessau erklärten, werde die Stadtverwaltung die Eigentümer der Flächen anschreiben, die im Kataster auftauchen sollen. Anschließend können die Besitzer entscheiden, ob sie das möchten oder nicht. Auch später seien Widersprüche jederzeit möglich.

Bürger können sich melden

Stadtrat Bodo Zeymer (Grüne/Die Fraktion) erkundigte sich, ob es im Gegenzug auch möglich sei, sich bei der Stadt zu melden, wenn man einen Teil seines Grundstücks als Bauplatz anbieten möchte. Wie Petra Albrecht als Leiterin der Abteilung Bauplanung, Bauordnung und Umwelt bestätigte, gibt es diese Chance. Ideal wäre es, wenn dies bis Mitte März geschieht.

Ein wesentliches Ziel bestehe darin, dass das Kataster vor allem leicht zu handhaben sein soll. Sein Zweck sei es, die Vermarktung von Grundstück sowie die Beratung von Interessenten zu erleichtern. Mithilfe der Karte könnten sich Neugierige schnell ein erstes Bild machen, bevor sie sich für weitere Informationen an die Stadt wenden. Ehe die Karte online gehen kann, braucht es noch einen Beschluss des Stadtrates. Der soll bei einer Sitzung am 6. Juni gefasst werden. Nicht zuletzt solle es auch einen Probebetrieb geben, damit wirklich keine sensiblen Daten veröffentlicht werden.