Waldfüchse

Behnsdorfer Schulanfänger lernen alles rund um die Natur

Am Ende haben alle Schulanfänger aus Behnsdorf ihre Prüfungen bestanden. In den vergangenen Monaten haben sie alles rund um die heimische Natur gelernt. Jetzt dürfen sie sich mit Fug und Recht als Waldfüchse bezeichnen.

Von Carina Bosse
Fritz siehst sich die Tiere aus der heimischen Natur an, die Angela Kummert mit nach Behnsdorf gebracht hatte.
Fritz siehst sich die Tiere aus der heimischen Natur an, die Angela Kummert mit nach Behnsdorf gebracht hatte. Foto: Carina Bosse

Behnsdorf - ’Aus Waldfuchs-Anwärtern wurden nach ihrem letzten Kindergartenjahr in der „Villa Sonnenschein“ gestandene Waldfüchse. Luisa, Lasse, Lenny, Lara und Fritz stellten sich der abschließenden Prüfung ihrer Waldfuchs-Betreuerin Angela Kummert.

Robert Klose, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Sachsen-Anhalt, ließ es sich nicht nehmen, selbst nach Behnsdorf zu kommen, um sich vom umfangreichen Wissen der Kinder zu überzeugen. Als Träger des Waldfuchs-Projektes ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald seit Jahren bemüht, Kinder vor dem Eintritt ins Schulalter Wissen rund um die heimische Natur zu vermitteln. Ganz aufgeregt waren die fünf Prüflinge, doch das war gar nicht nötig.

Auf die vielen Fragen zu Nadel- und Laubbäumen, Insekten, besonders Bienen und Schmetterlingen, Frühblühern, Fledermäusen und Igeln wussten die Kinder so gut wie immer eine schnelle und passende Antwort. Und was mal kurzzeitig im Gedächtnis verloren gegangen war, konnte durch ein, zwei Zusatzfragen wieder ausgegraben werden.

Wie erkenne ich einen Hermelin?

Besonders Fritz und Lasse kennen sich in der Natur bestens aus. Bei der kniffligsten Aufgabe, bei der jedes Kind einen recht kleinen felltragenden Waldbewohner erkennen sollte, konnte Fritz den flinken Hermelin benennen. Sein langer Schwanz mit schwarzer Spitze schützt das kleine Raubtier gerade im Winter davor, selbst Beute eines Greifvogels zu werden.

Lasse erkannte das Mauswiesel, was gar keine leichte Aufgabe war. Da hatte es Lenny ein wenig leichter. Er zeigte wissend auf das Eichhörnchen.

Lara suchte sich den Steinmarder, charakteristisch sein helles Hufeisen am Kragen, und Luisa den Baummarder mit dem gelben Kehlfeck aus. Warum machen Steinmarder Autos kaputt, wollte Angela Kummert von den Behnsdorfern wissen?

Sie hatte den Kindern bei dem Thema ein Geschichte erzählt, bei der sie selbst von einem solchen Marderbiss im Auto betroffen war, weil sie ihre Schwester in der Altmark besucht hatte und sich dort ein fremdes Tier am Pkw zu schaffen gemacht hatte.

Warum der Marder die Autos liebt

Wieder zu Hause angekommen, war das Auto tags darauf wieder kaputt. Warum wohl? Richtig, die Marder konnten sich gegenseitig riechen und fanden das gar nicht lustig. Außerdem ist es in so einem Motorraum gerade in den Wintermonaten oft noch sehr lange nach einer Fahrt schön warm.

Noch ganz frisch in Erinnerung waren die Eulen, denn die hatten neben den Bienen die Kinder als eines der letzten Themen im Kindergartenjahr behandelt. Ihre Flügelspannweite hatten die Mädchen und Jungen anhand ihrer eigenen, ausgebreiteten Arme kennengelernt, wo Luisa noch wusste, dass die Schleiereule ein typisches Herzgesicht aufweist und der Uhu mit rund 1,80 Meter die größte Flügelspannweite.

Am Ende konnte Robert Klose nur allen Kindern zu ihrem umfangreichen Wissen gratulieren. Für jeden gab es den Waldfuchs-Ausweis, auch für Ben und Erin, die am Prüfungstag nicht da waren, jedoch zuvor bei den Waldfuchslektionen mitgelernt hatten.

Neu in diesem Jahr kann sich die Kindertagesstätte Behnsdorf nun auch nach außen mit dem Waldfuchs-Zertifikat schmücken. Dafür hatte der Geschäftsführer eine Plakette mitgebracht, die er der erfreuten Leiterin Sabine Bode überreichte.