Weferlingen l Auf ihrer vierten Etappe von Bielefeld nach Erfurt haben die Regenbogenfahrer der Deutschen Kinderkrebsstiftung am gestrigen Dienstag in Weferlingen Station gemacht. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingen und Helfer empfingen die rund 50 Radfahrer aus nahezu allen Bundesländern und ihre Begleitfahrzeuge mit einem Imbiss und erfrischenden Getränken.

„Wir Regenbogenfahrer haben alle in unserer Kindheit oder Jugend selbst eine lebensbedrohliche Krebserkrankung gehabt“, erzählt Astrid Zehbe. Die Berlinerin ist eine von mehreren Organisatoren vor Ort. In diesem Jahr allerdings fährt sie nicht selbst auf dem Fahrrad, sondern begleitet die Tour wegen ihrer Schwangerschaft im Auto. „Das macht zusätzlich Mut“, weiß sie, denn es sei keineswegs selbstverständlich, dass man nach so einer Therapie später auch Kinder haben könne. Doch sie ist bereits zum zweiten Mal schwanger, und ihre Erfahrungen tauscht sie gern mit Betroffenen aus. „Sie kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und betreut vom Auto aus den You-Tube-Kanal, der live von der Fahrt berichtet.

Tagesetappen bis zu 150 Kilometer

Alle Teilnehmer wissen: Obwohl mehr als 75 Prozent aller krebserkrankten Kinder heute geheilt werden können, ist die Diagnose Krebs gerade für die Eltern ein großer Schock. Mit der langwierigen Therapiezeit ändert sich der Alltag schlagartig, für die ganze Familie entsteht eine enorme Belastung.

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Aber es kommt auch wieder eine Zeit danach. Davon berichten die vorwiegend jungen Radler gern auf ihrer einwöchigen Tour. In Wolfsburg und Magdeburg sind die Fahrer mit Elternvereinen in Gespräch gekommen und besuchen gerade in Behandlung befindliche Kinder in den Kliniken entlang des Weges. Tagesetappen zwischen 50 und 150 Kilometern stellen eine Herausforderung dar, das ist jedem Radfahrer bewusst. Darum wird in der Freizeit auch vorher viel geübt.

Weitere Zielen waren neben dem Ausgangspunkt Bielefeld auch Minden, Bad Oexen und Braunschweig. Am heutigen Mittwoch heißt das Etappenziel Halle, von dort geht es weiter nach Leipzig, Jena und Erfurt. Wie die Anfahrt wird auch die Rückfahrt von Erfurt am Sonnabend individuell durchgeführt.

Scheck über 1010 Euro überreicht

Neben der guten Versorgung durch die Freiwillige Feuerwehr Weferlingen und selbstgebastelte Grußkarten für eine Gute Weiterfahrt von den Knirpsen aus der Weferlinger Tagesstätte vom Kindercampus gab es kurz vor der Weiterfahrt noch einen Scheck in Höhe von 1010 Euro für die Deutsche Kinderkrebsstiftung.

Feuerwehrkamerad Stephan Walther und sein Team waren nicht nur Klinkenputzen gegangen, um Sponsoren für die Versorgung zu finden, sondern hatten auch um Spenden gebeten. Auch die Kirchengemeinde Weferlingen hatte sich beteiligt, so dass Pfarrer Thomas Vesterling es sich nicht nehmen ließ, ebenfalls ein paar Worte an die Regenbogenfahrer zu richten. Der Scheck löste bei den Regenbogenfahrern neben kräftigen Applaus und Dank noch eine La-o-la-Welle aus, ehe sich alle wieder auf ihre Räder schwangen, um die nächste Etappe nach Haldensleben in Angriff zu nehmen.