Born l Klaus-Dieter Frost arbeitete seit 1963 im Stützpunkt Haldensleben des Volkseigenen Betriebes (VEB) Geologische Bohrungen Halle. „Wir hatten die Aufgabe, die Kali-Lagerstätte ,Scholle von Calvörde‘ zu erkunden“, erinnert sich Frost, der inzwischen 78 Jahre alt ist und in Magdeburg lebt.

„Gearbeitet wurde im Vier-Schicht-System, das auch kanadischer Zyklus genannt wurde.“ Von 1963 bis 1966 sind insgesamt 29 Bohrungen niedergebracht worden. „Davon wurden 22 fündig“, erzählt Klaus-Dieter Frost, „ich selbst war an 15 Bohrungen beteiligt. Das besondere war, dass meine Brigade bei Zielitz als erste auf Sylvinit gestoßen ist. Das war in 750 Metern Tiefe.“

Ehemaliger Mitarbeiter erinnert sich

Auch an die Suchbohrung bei Born erinnert sich Frost noch ganz genau. „Wir hatten unseren Bohrturm, einen T50a rumänischer Produktion, im Wald aufgebaut. Allerdings nicht wie jetzt links der Bundesstraße 71, sondern rechts davon.“ Gebohrt wurde bis auf eine Tiefe von 656 Metern. Der Bohrungsdurchmesser betrug 168 Millimeter. „Versorgt wurden wir von einer Frau aus Klüden. Die kam immer mit ihrem Moped vom Typ SR2 und kochte in einem Küchenwagen für uns.“

Bilder

Begonnen hatte die Bohrbrigade von Klaus-Dieter Frost 1963 bei Calvörde. „Nach Born kamen wir, nachdem wir eine Bohrung bei Klüden abgeschlossen hatten. Schluss war im August 1966, als wir die letzte Bohrung bei Ipse niedergebracht hatten.“

15 Bohrungen miterlebt

Die Erkundungsbohrungen, an denen Klaus-Dieter Frost und seine Kollegen beteiligt waren, erbrachten soviel Faktenwissen, dass im Jahr 1964 die ersten Planungen für das heutige Kaliwerk Zielitz beginnen konnten.

Ab 1973 arbeitete Klaus-Dieter Frost dann selbst im Kaliwerk Zielitz. In der Abteilung Geologie gehörte damals unter anderem auch der jetzige Vorsitzende des Bergmannsvereines „Scholle von Calvörde“, Manfred Witzel, zu seinen Arbeitskollegen. Seine letzte Grubenfahrt absolvierte Klaus-Dieter Frost am 31. Januar 1997. Er freut sich darüber, dass auch die jüngste Erkundungsbohrung die Ergebnisse aus den 1960-er Jahren weitgehend bestätigte.

Durch die jüngste Bohrung konnten detaillierte Erkenntnisse zum Aufbau des Deckgebirges und weitere Qualitätsparameter zum Kaliflöz gewonnen werden. Diese Ergebnisse unterstützen die Fachleute bei der Planung des zukünftigen untertägigen Abbaus der Rohsalze und dienen der Präzisierung der Lebensdauer des Kaliwerkes Zielitz. Das werde nach den derzeitigen Kenntnissen bis voraussichtlich über die Mitte dieses Jahrhunderts hinaus sein, informierten Fachleute aus dem Zieltzer Kaliwerk.