Haldensleben l „Das Land hat der Stadt 12.500 Euro für die Medienausstattung der Bibliothek zukommen lassen“, erklärt Einrichtungsleiterin Angelika Ermel. Auch der Landkreis habe Fördermittel bekommen. Diese seien ausschließlich dem sogenannten Kreisleihverkehr zugute gekommen. Davon kann jede Bibliothek im Landkreis profitieren, indem sie auf Wunsch ihrer Nutzer die entsprechenden Titel bei der Stadt- und Kreisbibliothek anfordert.

Insgesamt hätten so rund 5500 neue Medien angeschafft werden können. Dabei umfasst das Angebot der Bibliothek nicht nur Bücher und Zeitschriften, sondern noch jede Menge mehr - wie beispielsweise Hörbücher, Filme und CDs.

Damit nicht genug: Die Haldensleber Bibliothek macht bei der sogenannten Onleihe mit. Nutzer der beteiligten Einrichtungen können von daheim über das Internet auf E-Books, Hörbücher oder Videos zugreifen. Wie Angelika Ermel informiert, hat das Land auch hierfür Fördermittel zur Verfügung gestellt. Die Onleihe sei unter www.biblio24.de erreichbar und umfasse mittlerweile rund 40.000 Medien. Jeder Nutzer mit einem gültigen Ausweis könne darauf zugreifen. Allerdings würden nur etwa 10 Prozent davon Gebrauch machen.

Etwa 1800 angemeldete Nutzer

Dabei ist die Onleihe für die Bibliothek durchaus mit Kosten verbunden. Für jedes Werk fallen Lizenzgebühren an. Das sei mitunter teurer, als ein Buch in physischer Form anzuschaffen.

Wie Angelika Ermel erklärt, hat die Haldensleber Bibliothek derzeit etwa 1800 angemeldete Nutzer. Die Zahl sei im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Wobei die Menge der Über-60-Jährigen konstant blieb. Allerdings kamen weniger Kinder in die Einrichtung. Einen Auslöser dafür sieht Ermel im demographischen Wandel. Da die Gesellschaft immer älter werde, gehe die Zahl der Kinder allgemein zurück.

Doch auch sonst hätten Bibliotheken manchmal keinen leichten Stand. Das Internet mit seinen verschiedenen Angeboten sei eine große Konkurrenz. Auch das Freizeitverhalten habe sich geändert. „Berufstätige haben heute oft mehr Stress. Die Informationsflut ist groß“, so Angelika Ermel. Da bleibe oft weniger Zeit zum Lesen als früher.

Rund 100.000 Entleihungen

Alles in allem habe es 2018 etwa 100.000 Entleihungen gegeben. Die Interessen der Leser gehen weit auseinander. „Die einen lieben Krimis, die anderen mögen sie gar nicht“, sagt Angelika Ermel. Im Großen und Ganzen seien Krimis aber durchaus begehrt - ebenso wie Familiensagas. Ein Genre, das vor einigen Jahren sehr beliebt war, sei Fantasy-Literatur. Mittlerweile sei das Interesse verhalten. Außer bei besonders bekannten Werken wie „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin.

Doch wie Herta Springborn, die Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek, erklärt, gilt das nur für die erwachsenen Nutzer. Bei den jungen Gästen der Bibliothek stehe Fantasy unverändert hoch im Kurs, ebenso wie die „Drei Fragezeichen“. Mädchen würden sich auch sehr für Liebesgeschichten interessieren.

„Wir versuchen, für alle Interessen etwas zu finden“, betont Angelika Ermel. Dabei würden die Mitarbeiterinnen auch gern auf die Wünsche der Nutzer eingehen. Angesichts der großen Zahl jährlicher Neuerscheinungen seien solche Wünsche für die Einrichtung sogar sehr wichtig.

Kooperationen und Freizeitangebote

Die Stadt- und Kreisbibliothek pflegt Kooperationen mit Kindergärten und Schulen. Auch mit dem Museum gibt es eine Zusammenarbeit. „Nach Grimm-Lesungen gehe ich mit Kindern gern durch die Stadt, zeige ihnen das Rathaus und das Museum, um ihnen das Leben der Grimms etwas näher zu bringen“, führt Herta Springborn aus.

Darüber hinaus wolle die Bibliothek die Zahl der Veranstaltungen in den eigenen Räumen ausbauen. Neu sei beispielsweise das Erzähltheater. Wie Angelika Ermel berichtet, wurde es im Dezember bereits sehr gut angenommen und solle nun etwa einmal pro Monat stattfinden. Nächster Termin ist Montag, 11. Februar. Dann heißt es ab 10 Uhr „Es klopft bei Wanja in der Nacht“. Die meisten Vorstellungen sollen für Nachmittage angesetzt werden.

Generell stehe die Bibliothek auch für Gruppenaktivitäten zur Verfügung. Als Beispiele nennt Angelika Ermel die Spiele- und Handarbeitstreffs. Auch hier nehme die Einrichtung weitere Wünsche entgegen. Ein Schachtreff sei etwa auch durchaus denkbar.

„Vielen ist gar nicht klar, dass sie während der Öffnungszeiten jederzeit vorbeikommen können. Nur für die Ausleihe außer Haus ist ein Ausweis erforderlich“, so die Leiterin.

Engagiertes Team

Nicht zuletzt bedankt sich Ermel bei ihrem Team. Mit Doris Maaß ging 2018 eine langjährige Mitarbeiterin in den Ruhestand. Die Stelle ist noch nicht wieder besetzt. Dass der Service für die Nutzer trotzdem in vollem Umfang aufrecht erhalten werde, sei nur durch die engagierten Kollegen möglich.

Eine weitere Veranstaltung, auf die sich die Bibliothek bereits vorbereitet, ist der 20. Geburtstag der Kulturfabrik am 13. April. Dabei feiern die Einrichtungen im Haus gemeinsam. Das Motto lautet „Teilen Sie Ihr Hobby mit anderen“. Vereine und Privatpersonen waren eingeladen, sich mit Programmpunkten zu bewerben. Laut Ermel haben sich über 20 Interessenten gemeldet. „Wir freuen uns schon auf ein spannendes Programm“, blickt die Leiterin voraus.