Gröningen l Unter dem Stichwort „Feuerschein im Industriegebiet“ wurden am Donnerstag, 25. April, um Punkt 4.11 Uhr über die Leitstelle in Haldensleben zunächst die Feuerwehren von Gröningen und Kloster Gröningen alarmiert. Bei Eintreffen der Kameraden war dann klar: Auf einem Schrottplatz standen etliche dort abgestellte Fahrzeuge in Vollbrand. „Weil es sich hier um ein großes Feuer in einem Sondergebiet handelt, wurden die Alarmstufe erhöht und weitere Feuerwehren angefordert“, berichtete Einsatzleiter Clemens Köhler. So seien während des Einsatzes insgesamt 88 Kameraden aller Feuerwehren der Verbandsgemeinde vor Ort gewesen. „Abgesehen von zwei Fahrzeugen in Ausleben waren alle Einsatzfahrzeuge der Westlichen Börde vor Ort“, sagte Köhler weiter.

Mehr als zwei Kilometer Schläuche mussten die Kameraden verlegen. Dabei musste ein Teil der Einsatzkräfte den Lärmschutzwall an der B 81 überwinden, um an den Brandherd zu gelangen. In der Spitze seien 4400 Liter Löschwasser pro Minute verbraucht worden, um das Großfeuer einzudämmen. Dabei habe das Hauptaugenmerk zunächst auf das Verhindern einer weiteren Ausbreitung der Flammen beispielsweise auf eine benachbarte Halle gelegen. „Erst dann ging es an das Ablöschen der Autos. Allerdings haben nicht nur Schrottfahrzeuge gebrannt, sondern auch große Arbeitsmaschinen wie ein Bagger“, berichtete der Einsatzleiter weiter.

Gasflaschen in Sicherheit gebracht

Derweil mussten die Kameraden dutzende Gasflaschen aus der Gefahrenzone schleppen und hinter dem Lärmschutzwall an der B 81 in Sicherheit zwischenlagern. „Die Autos haben gebrannt wie Zunder, kein Wunder bei dem verbauten Kunststoff“, sagte Clemens Köhler. Deshalb sei auch Löschschaum eingesetzt worden. Köhler: „Ich kann nicht sagen wie viel Liter. Es waren bestimmt tausende.“

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Die angrenzende Bundesstraße 81 war wegen der starken Rauchentwicklung während der Löscharbeiten voll gesperrt und wurde erst in den Mittagsstunden für den Autoverkehr wieder freigegeben. Anwohner wurden zudem aufgefordert, wegen der giftigen Gase ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Betreiber ist geschockt

Der Betreiber des Schrottplatzes, Tim Hoffmann, ist telefonisch am frühen Morgen benachrichtigt worden. „Das war natürlich ein Schock, als ich hörte, dass es hier brennt“, sagte er der Volksstimme.
Sofort habe er sich auf den Weg nach Gröningen gemacht. Der Feuerschein war schon von Ausleben aus zu sehen“, berichtete der Betreiber weiter. Wie es nun weitergehen soll, vermochte er nicht zu sagen. „Ich muss abwarten, was die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben.“

Nach ersten Erkenntnissen könnte die Ursache für das Großfeuer Brandstiftung sein. „Beim Eintreffen der Feuerwehren brannten Schrottautos an zwei Stellen auf dem Gelände. Ebenfalls brannten der Bagger und eine Raupe in voller Ausdehnung“, begründete ein Polizeisprecher den Verdacht. Aufgrund der großen Hitze können die Brandursachenermittler erst am Freitag die Ermittlungen aufnehmen.