Haldensleben l Die Arbeiten sind nicht zu übersehen: Vor den meisten Verteilerkästen der Telekom im Stadtgebiet stehen rot-weiße Baustellenabsperrungen. Seit März sind die Ausbautrupps in der Stadt unterwegs, um die Haldensleber mit schnellem Internet zu versorgen.

Minibagger, begleitet von Arbeitern mit Schaufeln, ziehen Gräben, in denen orange Kunststoff-Leitungen verschwinden. Das sind sogenannte Leerrohrverbunde, in denen später insgesamt rund 70 Kilometer Glasfaser stecken werden. Vereinzelt ragen die Leitungsenden aus dem Boden, wo später einer der 84 neuen Verteiler aufgestellt werden wird.

Halbzeit beim Ausbau

Gut die Hälfte der notwendigen Arbeiten seien durch die beauftragten Unternehmen bereits erledigt, zieht Andreas Radeck von der Pressestelle der Stadtverwaltung Haldensleben ein Halbzeitfazit.

„Die Behinderungen durch die Bauarbeiten sind geringer als befürchtet“, zieht er ein positives Resümee. Denn in der Regel würden die Bauarbeiter die Trasse öffnen, die Leitungen verlegen und die Baustrecke binnen eines Tages wieder schließen. Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten rücken dann die Techniker an, die aus den „toten Kabeln“ durch Einbau der Technik ein leistungsfähiges Netz schaffen.

Zeitplan kann laut Telekom gehalten werden

Um sich einen Überblick über den Fortschritt des Breitbandausbaus in Haldensleben zu verschaffen, traf sich Andreas Meyer, Telekom-Regionalmanager für den Infrastrukturausbau im Landkreis Börde, mit Lutz Zimmermann, Leiter der Abteilung Stadtmarketing, Kommunikation und Wirtschaftsförderung und Breitbandverantwortlicher der Stadt.

An Ende konnte Meyer eine positive Bilanz ziehen „Unter anderem ist ein großer Teil der aufwendigen Erdarbeiten abgeschlossen. Damit kann ich sagen, dass der Zeitplan, wenn nicht außergewöhnliche Ereignisse eintreten, gehalten werden kann.“

Die Unternehmen in den Gewerbegebieten bittet Andreas Meyer, kurzfristig einen Antrag für einen Hausanschluss bei der Telekom zu stellen, wenn ein Breitbandanschluss gewünscht wird. Dieser kann dann noch im Zuge der Bauarbeiten mit verlegt werden. Das fertige Netz soll dann voraussichtlich um den Jahreswechsel herum freigeschaltet werden. Diese Freischaltung wird dann „am Stück“ erfolgen, ein stückweiser Anschluss Straßenzug für Straßenzug je nach Baufortschritt ist nicht vorgesehen.

Freischaltung "am Stück"

Allerdings sind die Arbeiten ein gutes halbes Jahr in Verzug geraten. Noch beim symbolischen Spatenstich Ende Juni 2017 hatte es von der Telekom geheißen, dass mit dem notwendigen Tiefbau im September 2017 begonnen werden und der Ausbau im September 2018 abgeschlossen sein sollte. Zu der zeitlichen Verzögerung ist es unter anderem gekommen, da die Stadtverwaltung ihre Pläne für die sogenannte Smart City forciert hatte. Der Ausbau zur vernetzten, intelligenten Stadt habe beim Breitbandausbau nachträglich berücksichtigt werden müssen.

Der Breitbandausbau in der Kernstadt kostet nach Angaben der Stadtverwaltung knapp 1,23 Millionen Euro. Davon beträgt der Fördermittelanteil stolze 1,11 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Ausbaukosten in Millionenhöhe

Für die Ortsteile Satuelle und Uthmöden sowie Hütten laufen derzeit die vorbereitenden Planungen für den Ausbau. Auch hier werden in Kürze die Bauarbeiten beginnen, sie sollen ebenso zum Jahresende abgeschlossen sein.

Die Gesamtausgaben betragen hier fast 300.000 Euro. Gefördert wird der Ausbau über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) in Höhe von knapp 225.000 Euro und über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) in Höhe von rund 45.000 Euro.

7800 Haushalte betroffen

Ohne Förderung baut die Telekom das Breitbandnetz in den Ortsteilen Süplingen und Bodendorf aus: Hier ist mit dem Baubeginn Ende Juli und mit der Fertigstellung Anfang des zweiten Quartales 2019 zu rechnen.

Vom Breitbandausbau sollen rund 7800 Haushalte im Kerngebiet von Haldensleben, in Uthmöden, Satuelle und den Siedlungen Hütten und Benitz profitieren. Hinzu kommen noch die Anschlüsse in den Gewerbegebieten. Den Unternehmen wird auf Wunsch ein eigener Glasfaseranschluss zur Verfügung gestellt, der dann 100 Mbit/s sowohl im Down- als auch im Upload bieten soll. Den Privathaushalten soll ein schneller Internetzugang mit einer Downloadgeschwindkeit von 50 Mbit/s ermöglicht werden.