Bebertal l Ein Dreivierteljahr nach dem symbolischen Spatenstich für den weiteren Ausbau des schnellen Internets in der Hohen Börde kann nun Vollzug gemeldet werden. Bauseitig hat das Magdeburger Telekommunikationsunternehmen MDDSL im Auftrag der Gemeinde Hohe Börde die Erschließung des Versorgungsnetzes in Teilbereichen von Bebertal, Tundersleben, Brumby, Mammendorf, Glüsig sowie Niederndodeleben umgesetzt.

Damit sollen in den bisherigen „weißen Flecken“ künftig Datenraten von bis zu 50 Mbit pro Sekunde ermöglicht werden. Erschlossen ist allerdings nur bis zum Verteilerkasten, um die Hausanschlüsse müssen sich die Bürger selbst kümmern.

Geschwindigkeit von 50 Mbit/s

Die Gesamtausgaben für diesen Abschnitt zur Ausrichtung des NGA-Breitbandnetzes betragen 1,245 Millionen Euro. Dieses Vorhaben hat der Bund mit 226.373 Euro gefördert. Vom Land Sachsen-Anhalt kamen außerdem EU-Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) in Höhe von 894.176 Euro.

Um den Startschuss für das Internet-Hochgeschwindigkeitsnetz zu geben, glich Bebertal am gestrigen Montag einem „großen Bahnhof“. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff übernahm gemeinsam mit Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel und dem Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens den symbolischen Knopfdruck zur Inbetriebnahme. Der Ministerpräsident wünschte einen immer störungsfreien Empfang und dass „das Internet so funktioniert, dass sich niemand mehr eine Zukunft ohne Breitband vorstellen kann.“

Und damit die neu geschaffenen technischen Voraussetzungen möglichst schnell auch bei allen Bürgern am heimischen PC ankommen, diskutierten Reiner Haseloff und Steffi Trittel vor dem Festakt im Bebertaler Feuerwehrhaus mit Vertretern von Telekommunikationsunternehmen und der Bauverwaltung.

Kosten von 1,25 Millionen Euro

Es ist festzustellen, dass es Unzufriedenheit trotz der neuen technischen Möglichkeiten gibt – und das nicht nur in den fünf aufgerüsteten Dörfern. Nicht alle Haushalte werden wunschgemäß versorgt. Unsicherheiten über Anschlusskosten, Verzögerungen bei erforderlichen Freigaben beziehungsweise Aufrüstungen von Anschlusskapazitäten an Verteilerschränken der Telekom sowie missverstandene Ummeldemodalitäten von Anbieter zu Anbieter sorgen immer wieder für Verdruss beim Bürger.

Neben einer verstärkten Aufklärung der Bürger durch die Gemeindeverwaltung und die Anbieter einerseits wird andererseits die Landesregierung die angesprochenen Themen beraten. Das versprach Ministerpräsident Reiner Haseloff in Bebertal und bezeichnete die Hohe Börde als „vorbildliche Breitbandgemeinde im ländlichen Raum von Sachsen-Anhalt“. Breitband solle nicht nur etwas für die Oberzentren sein, sondern gehöre zur Daseinsvorsorge wie Wasser, Strom, Abwasser und das normale Telefon.