Calvörde l „Ein großes Projekt - wie der Breitbandausbau – braucht viele Köpfe“, sagte Verbandsgemeinde-Bürgermeister Mathias Weiß (parteilos), der am Mittwoch auf dem Wirtschaftshof der Gemeinde Calvörde die Vertreter der mitwirkenden Unternehmen, Institutionen und der Kommune vorstellte sowie Einwohner der Gemeinde begrüßte.

„In den nächsten Wochen und Monaten werden die Tiefbauarbeiten beginnen. Genau an dieser zentralen Stelle des ersten Spatenstiches wird der POP – der Point of Presence – von dem das Netz dann vom Internet ins kommunale Netz eingespeist wird, aufgestellt“, erklärte Weiß.

Nach seinen Ausführungen wird die Mitgliedsgemeinde Calvörde in Ausbaugebiete aufgeteilt. „Wir werden strangweise vorgehen, so dass die Bauarbeiten relativ zügig verlaufen“, erklärte er. An Zobbenitz und Dorst wird Born, das in der Verwaltungsgemeinschaft Elbe Heide liegt, aus logistischen Gründen angeschlossen. Deshalb soll das Cluster Calvörde gemeinsam mit der Verwaltungsgemeinschaft Elbe Heide realisiert werden. Parallel zum Ausbau für Calvörde werden als nächste Cluster Altenhausen und Erxleben bereits beplant. Das Investitionsvolumen insgesamt beträgt 35 Millionen Euro für die Verbandsgemeinde Flechtingen.

Als einen „besonderen Tag für Calvörde“ bezeichnete Volkmar Schliephake (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Calvörde, den Tag des Startschusses für den Bau der Datenautobahn.

Profitieren von Erfahrungen

Der Gemeindechef freute sich, dass auch Bülstringens Bürgermeister Sven Fahrenfeld (UWG) und Flechtingens Bürgermeister Tim Krümmling (CDU) zu den Gästen gehörten. Schliephake hofft, dass er von den Erfahrungen seiner Amtskollegen profitieren kann. „In Bülstringen und in Flechtingen geht es schon seit einigen Monaten ordentlich zur Sache. Bülstringen hat sogar schon die finale Phase erreicht“, schilderte Schliephake. Gerade in der Corona-Zeit sei ihm bewusst geworden, wie notwendig die Digitalisierung ist. Für die Unternehmen und Bürger habe die digitale Schiene eine große Bedeutung. Im Besonderen für die Kinder sei es wichtig, dass sie von zuhause aus am Schulunterricht teilnehmen können. „Das Datennetz gehört mittlerweile zum Standard, um aktiv am Leben teilzunehmen“, schilderte Calvördes Bürgermeister.

Und weil diese Investition von 15 Millionen Euro den Rahmen eines normalen Kapitalaufwandes übersteige, sei ist es wichtig, dass die Aufgaben in der Arbeitsgemeinschaft Breitband des Landkreises Börde mit vielen Beteiligten bewältigt werden.

Schliephake dachte zurück an die lange Zeit der Vorbereitungen mit den vielen Beratungen, Auftragsvergaben und Beschlüssen. Erst vor einer Woche habe es eine Informationsveranstaltung mit den Betrieben gegeben. „Es ist eine erheblich hohe Erwartungshaltung vorhanden. Viele möchten, dass das Vorhaben schon morgen oder übermorgen fertig wird. Es wird etwas dauern, aber was lange währt, wird endlich gut“, meinte Schliep-hake.

Die Tiefbautrasse für den Cluster Calvörde ist etwa 107 Kilometer lang. „Dabei werden 404.856 Kabelmeter verlegt. Es gibt 21 Kabelschächte und 47 Netzverteiler“, erklärte Kay Rothenbücher, der für die Kalkulation im Tief- und Straßenbau zuständig ist. Die Erschließung der Gemeinde Calvörde werde voraussichtlich eineinhalb Jahre dauern. Schliephake verteilte das Werkzeug für den symbolischen ersten Spatenstich und wünschte dem Vorhaben einen zügigen und reibungslosen Ablauf.