Das Gut Glüsig

Gut Glüsig geht auf ein Vorwerk des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters in Althaldensleben zurück. Die jahrhundertlange Tradition der landwirtschaftlichen Arbeit auf Gut Glüsig wird seit 1992 vom Caritasverband Magdeburg weitergeführt, der die ökologische Bewirtschaftung des Hofes mit sozialen Beschäftigungsprojekten verbindet.

Durch die Errichtung einer eigenen Fleischerei werden die in Glüsig erzeugten ökologisch-landwirtschaftlichen Produkte nach Bioland-Richtlinien verarbeitet und vermarktet.

Glüsig l Nach 25 Jahren will sich die Caritas vom Biohof Gut Glüsig trennen. Der Schlachtbetrieb sowie die landwirtschaftliche Abteilung des Gutes stehen zum Verkauf. Das bestätigte Betriebsleiter Roland Schmidt auf Nachfrage der Volksstimme.

Seriöser Käufer

„Es gibt einen seriösen Käufer für das Gut. Es soll als Biogut weitergeführt werden“, sagte Roland Schmidt. Die Verhandlungen mit dem Interessenten seien derzeit soweit vorangeschritten, dass man einen Verkauf in der nächsten Zeit erwarten könne. Mehr wollte der Betriebsleiter mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen noch nicht sagen. Nur so viel: „Es wird niemand entlassen, es wird weitergehen“. Derzeit sind etwa zwölf Mitarbeiter auf dem Gut beschäftigt.

Warum sich die Caritas für den Verkauf entschieden hat, erklärte ihre Geschäftsführerin Verena Müller: „In den vergangenen Jahren konnte das Gut nicht stabil bewirtschaftet werden. Die Rahmenbedingungen haben sich einfach verändert.“ Deswegen habe der Vorstand des Caritas Regionalverbandes Magdeburg schweren Herzens eine Grundsatzentscheidung getroffen. „Ein solches Unternehmen zu betreiben, gehört nicht zu den Kernaufgaben des Caritas-Verbandes“, so Verena Müller. „Ich gestehe: Das tut weh. Wir bedauern das auch sehr, aber wir sind an eine Grenze gekommen.“ Allerdings habe man sich für die Nachfolgeregelung alle nötige Zeit genommen, „damit das Gut in unserem Sinne weitergeführt wird“, so Müller.

Sozialprojekte laufen weiter

Das Gut Glüsig gehört zu den bundesweiten Demonstrationsbetrieben für ökologischen Landbau und zählt zu den „Bioland“-Betrieben in Ostdeutschland. Neben dem Biohof mit rund 250 Schweinen, Schlachtbetrieb und der Landwirtschaft laufen auf dem Gut in Trägerschaft der Caritas verschiedene soziale Projekte. Unter anderem gibt es am Gut ein Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie Projekte für behinderte Menschen und benachteiligte Langzeitarbeitslose ohne Schulabschluss. Diese sozialen Projekte, die teils in die Arbeit auf dem Gut integriert sind, sollen weiterhin bestehen und integriert bleiben können, hieß es. „Diese Projekte gehören nach wie vor zu unseren ureigenen Aufgaben“, betonte Verena Müller.

Das Glut Glüsig mit der St. Annen-Kapelle ist gleichzieitg ein Wallfahrtsort. Alljährlich im August verbindet die Wallfahrt Dutzende Christen aus der Region auf dem Glüsiger Kapellenberg. Seit 1646 schon hat diese Wallfahrt Tradition. Auch dies soll künftig Bestand haben.