Haldensleben l Es ist Freitagnachmittag. Während andere Jugendliche das Wochenende mit Freunden ganz gechillt einläuten, steht Jago Hasche auf dem Sportplatz und trainiert. Dabei hat er sich eine besondere Sportart ausgesucht: Den Castingsport, im Volksmund auch Trockenangeln oder Fliegenfischen genannt. Was so simpel klingt, ist jedoch ein Sport, der es in sich hat.

Beim Castingsport wird eine Angel geworfen, an der ein Gewicht oder ein Angelköder befestigt ist. Dabei geht es immer um eine Mischung aus Zielwurf- und Weitwurfdisziplinen. Es ist also ein Präzisionssport, bei dem Kraft und Fingerspitzengefühl gefragt ist.

Training für Meisterschaft

Der 17-Jährige trainiert für die Deutsche Jugend- und Junioren-Castingsport-Meisterschaft, die vom 9. bis 10. August in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) stattfindet. Im Juli nahm der Castingsportler bereits an der Jugend-Castingsport-Weltmeisterschaft teil. Dafür reiste er ins knapp 1000 Kilometer entfernte St. Nikolaus in der Schweiz.

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Hier bewies er unter Sportlern aus 13 verschiedenen Nationen sein Können. Bei der Weltmeisterschaft gab es fünf Disziplinen. Die besten acht aus jeder Disziplin qualifizierten sich für das Finale.

Einziger mit 100 Punkten

In der Disziplin „Gewicht-Ziel“ war Jago der Einzige, der im Vorkampf die 100 Punkte warf. „Man hat zehn Würfe und kann als Höchstzahl 100 Punkte erreichen“, erklärt Jens Spindler, Leiter des Haldensleber Castingsportvereins und Trainer des Schützlings. Im Finale erreichte der 17- Jährige den achten Platz. „Ich wollte unbedingt gut werfen und hab dann Nerven gezeigt“, berichtet Jago.

Im Finale der Disziplin „Gewicht-Weit“ belegte der junge Castingsportler den fünften Platz. „Die Urkunden sind schon ein Andenken, das man immer im Kopf behält“, sagt Jago Hasche. Sie bekommen in seinem Zimmer einen Platz.

Einzelkämpfer statt Mannschaftssportler

Als Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft erreichte er außerdem den Vize-Weltmeister-Titel. „Für mich als Trainer ist die Meisterschaft sehr viel wert“, erzählt Jens Spindler. Er hat zu Jago Hasche eine besondere Beziehung.

Jens Spindler betreut seit vielen Jahren die AG Angeln an der St. Hildegard Grundschule. Hier konnte der Trainer vor neun Jahren Jago für den Castingsport begeistern. „Ich hab mich damals schon fürs Angeln interessiert. Ich hab mich nie für Mainstream-Sportarten wie Fußball interessiert“, erzählt der heute 17-Jährige.

Dem Sport treu geblieben

Seitdem blieb er dem Castingsport trotz einiger gesundheitlicher Rückschläge treu. „Ich mag es, dass ich bei Wettkämpfen auf mich allein gestellt bin und nicht das Team mit herunterreiße“, erklärt Jago Hasche. Sein Traum für die nächsten Jahre: „Die WM-Teilnahme bei den Erwachsenen wäre schon ganz nett“, sagt Jago.