Erxleben l Dass Singen Freude bereitet, egal, ob beim Zuhören oder Selbersingen, verband am Sonnabend wohl alle Gäste im Kulturhaus. Stühle und Tische reichten nicht aus, um allen Besuchern des Chortreffens anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Chorgemeinschaft Erxleben Platz zu bieten. So wurden noch kurz vor Beginn Stühle gerückt.

Es war Ute Zumpe, die im Januar 1989 bei Peter Schmidt anklopfte, der damals einen Chor in Nordgermersleben leitete, und die ihm sagte, sie habe etwa 25 Leute für einen Chor in Erxleben beisammen. Die Geburtsstunde des Chores erlebten dann acht Frauen mit, die der Chorgemeinschaft bis heute die Treue gehalten haben: Karin Brandt, Karin Köhler, Kerstin Grums, Birgit Weiß, Jutta Schulze, Dagmar Schmidt und Karin Markworth.

„Wir wussten nicht, was das Jahr uns bringt“, blickte Peter Schmidt zurück. Es war eine bewegende Zeit, eine Aufbruchstimmung, die sich auch auf den noch jungen Chor auswirkte. Es gab Absprünge im Herbst 1989, aber es fanden sich auch immer wieder am Chorgesang interessierte Frauen und Männer. Die Suche nach einem Namen für den Chor blieb in den Kinderschuhen stecken, es blieb bis heute bei Chorgemeinschaft Erxleben - ein Markenzeichen, das sich in der ganzen Region eingeprägt hat.

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41 Mitglieder

Seit in diesem Jahr etliche Sänger des ehemaligen Chores aus Alleringersleben zu den Erxlebern stießen, zählt die Chorgemeinschaft 41 Mitglieder. „Es ist eine Freude, jeden Montag dabei zu sein. Es ist eine Freude, dass ihr es mir so leicht macht“, richtete Peter Schmidt seine Worte direkt an die Mitglieder, und „wer singt, braucht keinen Therapeuten“.

Erxlebens Bürgermeister war voll des Lobes: „Wir haben zehn Vereine im Ort, wenn alle so aktiv wären, wäre ich über“, sagte Gerhard Jacobs unter dem Applaus des Publikums. Peter Schmidt dirigiert nämlich nicht nur die Chorgemeinschaft. Er ist auch Stabführer der Schalmeienkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Erxleben, führte diese schon erfolgreich bei Bundeswettstreiten. Er kümmert sich, obwohl schon im Ruhestand, um den Kinderchor der Albert-Niemann-Schule und die Niemann-Company. Er sei eben nicht wegzudenken, so Gerhard Jacobs.

Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß überreichte Peter Schmidt ganz in chinesischer Manier einen roten Glücksumschlag. Er wünschte vor allem immer den Nachwuchs, um den Fortbestand des Chores noch weitere 30 Jahre zu sichern.

Völlig überrascht aber war Peter Schmidt von der Auszeichnung mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt, die Landrat Martin Stichnoth mitgebracht hatte. In seiner Laudatio ließ Martin Stichnoth das chorische und berufliche Wirken und Schaffen des Geehrten für die Musik Revue passieren.

Man dürfe aber nicht vergessen, betonte Peter Schmidt, dass „wir nur den Takt vorgeben, ohne unsere Chormitglieder wären wir gar nichts“.

Ehrenplakette erhalten

Vom Landesverband des Volkssolidarität, unter deren Dachverband der Chor mittlerweile singt, gab es die Ehrenplakette für Leistungen des Chores, die jedoch erst im Oktober im Rahmen einer zentralen Veranstaltung der Volkssolidarität überreicht werden soll.

„Singen, singen, das macht Spaß“ ließen die Erxleber Sängerinnen und Sänger gleich zum Auftakt einen spritzigen Kanon erklingen. Diese Freude an der Musik durchzog dann auch das gesamte Chortreffen am Sonnabend, zu dem befreundete Chöre aus Calvörde, Süplingen, Behnsdorf, Neuenhofe und Hundisburg gekommen waren. Sie alle gratulierten den Jubilaren musikalisch und mit herzlichen Worten sowie Geschenken. Der Kinderchor der Niemann-Schule und die Niemann-Company gaben ebenfalls ihre musikalischen Visitenkarten ab. Und die Schalmeienkapelle der Feuerwehr ließ es sich auch mal ohne Peter Schmidt an der Spitze nicht nehmen, mit einem Ständchen und einem „Hoch soll‘n sie leben“ in das Kulturhaus einzumarschieren.

Weitere Vereinsvertreter aus Erxleben folgten als Gratulantenschar. Bei so viel geballter Ehrenamtspower konnten sich die Gastchöre und Besucher mit reichlich Kaffee und Kuchen stärken, während sie dem jeweiligen Gesang vor der Bühne lauschten.