Haldensleben l Welche Geschäfte geöffnet haben und welche nicht, ist in diesen Tagen nicht immer eindeutig geklärt. Das Kaufhaus SB-Lüning in der Hagenpassage etwa, eigentlich ein Gemischtwarenladen, von der Strumpfhose bis zum Warndreieck gibt es ungefähr alles. Auch Zangen, Hämmer und Nägel, also Heimwerkerbedarf.

Weil den Menschen gestattet sein soll, zu Hause zu werkeln und wichtige Dinge zu reparieren, dürfen Baumärkte noch öffnen. Also dachte sich das Kaufhaus SB-Lüning: Wir haben Heimwerkerbedarf, wir haben auch geöffnet. Bis gestern war das so. Gegen halb zwölf hat das Kaufhaus dann die Türen geschlossen. Das sei von den zuständigen Behörden so angeordnet worden, teilte Marco Grunwald vom Unternehmen dazu mit. „Diese Situation ist für uns nicht einfach“, betonte er.

Es wird kontrolliert, ob sich Gewerbetreibende an den Landenschluss halten. Das bestätigte Stadtsprecher Lutz Zimmermann gestern. Auch auf Spiel- und Bolzplätzen würden Mitarbeiter des Stadthofes und Mitarbeiter verschiedener Ämter nachsehen, ob sie leer blieben, wie von der Landesregierung angeordnet. Kontrolliert würden außerdem Gastronomen. Sie müssen ihre Tische in diesen Corona-Krisentagen mindestens zwei Meter auseinander stellen.

Keine gravierenden Verstöße

„Bislang gab es keine gravierenden Verstöße“, sagt Zimmermann. Es gebe auch keine großen Diskussionen mit den kontrollierten Gewerbetreibenden, viele hätten Verständnis für die Maßnahmen, berichtet er.

Zuständig für die Durchsetzung der Landesverordnung ist eigentlich der Landkreis. Wie Landkreissprecher Uwe Baumgart berichtet, habe der Kreis aber die Kommunen um Amtshilfe gebeten, um die Verbote zu kontrollieren. Der Landkreis werde aber auch selber tätig, versichert Baumgart. So habe man eine Eingreiftruppe gebildet, die „am Wochenende stichprobenartig in allen 13 Einheits- und Verbandsgemeinden Kontrollen durchführen“ werde.

Allerdings wird es am Wochenende noch etwas komplizierter. Denn am Sonntag gilt eine andere Öffnungsverbotsliste als am Sonnabend. Laut einer Verfügung vom Freitag dürfen am Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr nur Lebensmittelhändler, Getränkemärkte, Banken und Sparkassen, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Filialen der Deutschen Post, Zeitungs- und Zeitschriftenhändler, Lebensmittelhändler im Reisegewerbe, Reinigungen und Waschsalons öffnen. In Kaufhäusern müssen laut dieser Verordnung alle anderen Bereiche schließen. Ganz geschlossen bleiben sollen etwa: Baumärkte.

Schließzeiten zu kontrollieren, mag durch die Behörden noch möglich sein. Die Einhaltung der Quaratäne bei Betroffenen genau zu überprüfen, wird mit steigenden Coronafallzahlen mehr und mehr unmöglich. Deswegen ruft der Landkreis nun seine Bürger dazu auf, Verstöße gegen Quaratäneauflagen anzuzeigen. Dafür liegt ein Formular auf der Webseite des Landkreises bereit (www.landkreis-boerde.de/corona). Wer sich nicht an die Quarantäne hält und trotzdem draußen herumläuft, begeht eine Straftat.

Unterdessen ist die Zahl der Coronainfizierten weiter auf dem Vormarsch. Gestern bestätigte der Landkreis vier weitere Infektionen. Es gibt nun 29 bestätigte Coronafälle in der Börde.