Haldensleben l Es ist eine der beliebtesten Veranstaltungsreihen in der Stadt. Zuletzt wollten jedes Jahr etwa 700 Gäste die Aufführungen des Turmtheaters in der Kulturfabrik sehen. Die Theaterabende im Oktober sind stets frühzeitig ausverkauft. Dieses Jahr wollte die Laienschauspielgruppe ihr diesjähriges Stück sogar öfter spielen, ein zusätzlicher Abend war geplant. Doch daraus wird nun nichts. Zumindest nicht so, wie ursprünglich geplant.

Keine Proben zum Stück

„Wir können das Stück dieses Jahr nicht spielen“, sagt Manuela Bergmann, die Regisseurin. In den vergangenen Wochen hätten sie nicht proben können. „Uns fehlen wegen Corona zwei Monate“, betont sie. Deswegen hätten sie sich zu diesem Schritt entschieden. Sie verweist darauf, dass viele in der Gruppe neben dem Theater voll berufstätig seien. Welches Stück es in diesem Jahr gewesen wäre, will Bergmann nicht preisgeben.

Im vergangenen Oktober spielte die Turmtheatertruppe das Stück „Die Omaklappe“, ein Verwirrspiel um Generationsprobleme. Zehn Wochen zuvor war der Kartenverkauf gestartet. „Wir waren nach acht Tagen ausverkauft“, berichtet Bergmann. Nach den Aufführungstagen im Oktober hätten sie sich dann eine Pause von zwei, drei Wochen gegönnt. Daraufhin sei es weiter gegangen, mit den Proben für das neue Stück hätten sie im Januar begonnen, berichtet Bergmann. Ab Mitte März war dann wegen Corona Schluss.

Was ist im Angebot?

Zehn Mitglieder hat die Gruppe laut Bergmann derzeit. Über Medien hätten sie sich in den ersten Wochen der Coronakrise ausgetauscht, sagt sie. Seit gut zwei Wochen treffen sich Mitglieder der Gruppe nun wieder. Dabei geht es nun vor allem um die Frage: Was kann das Turmtheater an den acht geplanten Theaterabenden in der Kulturfabrik statt des ursprünglich geplanten Stücks anbieten?

Kein Theater mit Mundschutz

Bergmann sagt: „Es wird definitiv Veranstaltungen des Turmtheaters geben, aber nicht so wie gewohnt“. Ein dickes Textheft zum Einstudieren werde es nicht geben. Es werde auch kein Stück bei einem Theaterverlag eingekauft, sagt Bermann. Sie wollten stattdessen selber etwas kre­iren. „Wir arbeiten jetzt schon intensiv an den Aufführungen“, betont sie.

Abstand auch auf der Bühne

Dabei gibt es ganz grundsätzlich noch viele Fragezeichen zum Theaterbetrieb in den kommenden Monaten. „Es gab schon Stücke, bei denen wir zusammen im Bett liegen und uns küssen“, sagt Bergmann. Sie würden sich natürlich die Frage stellen, was für ein Theater denn möglich sein werde im Oktober. Ihnen sei es stets wichtig gewesen, gemütliche Abende mit den Gästen zu haben. Mit Mundschutz spielen? „Das will ich nicht“, sagt Bergmann. So mache Theater für sie keinen Sinn, betont die 48-Jährige. „Dann lieber mit einer Plexiglasscheibe auf der Bühne“.

Für den 16. Oktober war die Premiere in der Kulturfabrik geplant. Trotz Absage des geplanten Stücks sagt Bergmann: „Wir wollen um jeden Preis den Termin wahrnehmen“.