Süplingen l Die neue Corona-Verordnung macht es den Jecken des Süplinger Narrenbundes schwer. Normalerweise herrscht am 11. November um 11.11 Uhr Remmidemmi vor dem Haldensleber Rathaus. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe an das frisch gekürte Prinzenpaar wird jedes Jahr die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Dieses Jahr kommt es allerdings ganz anders.

Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben, heißt das Motto des Karnevalvereins. Denn obwohl am 11. November kein Prinzenpaar gekürt werden kann, bedeutet das nicht, dass der Karneval ausfällt. Davon ist Marcel Suckel, Präsident des Süplinger Narrenbundes, überzeugt. „Die 51. Session ist eine besondere – ohne feiern“, sagte Suckel. Man müsse schauen, wie die Lage Ende November ist. Lässt es die Corona-Situation zu, dann könnte mit etwas Glück das Prinzenpaar vielleicht im Dezember in Süplingen bekanntgegeben werden, erklärte der Präsident. „Wir wollen wenigstens etwas machen, um die Narrenzeit zu beginnen“.

Schon seit Ende des Sommers trainieren die Akteure, Kinder- und Jugendgruppen für ihre Auftritte. Doch die können dieses Jahr nicht stattfinden. Dennoch möchte Suckel vor allem den Kindern und Jugendlichen, die ehrgeizig geprobt haben, eine Bühne geben, auch, wenn diese kleiner als gewohnt ausfallen wird. „Wenn nächstes Jahr die Möglichkeit besteht, könnten wir vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Ort Süplingen oder auch mit anderen Karnevalsvereinen der Umgebung ein Volks- oder Sommerfest gestalten“, sagte er. Dies sei natürlich davon abhängig, wie stark das Coronavirus dann noch unser Leben beeinflusst.

Es wird weiter trainiert

Die Narren lassen sich von Corona allerdings nicht unterkriegen. Fleißig wird weiter trainiert. Dafür haben sich die Jecken etwas einfallen lassen, nämlich virtuelle Proben statt den normalen Trainingseinheite. So wurden die Choreographien der jeweiligen Gruppen kurzerhand mit dem Handy aufgezeichnet und an die Mitglieder verschickt. Mit den Videos kann dann jeder zuhause für sich proben, erklärte Suckel.

„Die Gesundheit unserer Mitglieder und der Zuschauer steht für uns im Vordergrund“, sagte Suckel. Viele Vereine haben schon früh ihre Absagen verkündet, doch der Narrenbund blickt weiterhin positiv nach vorne. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass es den Karneval noch gibt und er nicht in Vergessenheit gerät“. Der Süplinger Narrenbund hofft, dass sich die Lage schnell verbessert und alle es durchstehen werden. „Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen und wir achten darauf, dass keiner krank wird“, sagte Suckel. Und vielleicht gibt es dann Anfang kommenden Jahres wieder tanzende Funkenmariechen und voller Schabernack steckende Narren.

Bislang stand auch der traditionelle Umzug in Uthmöden auf der Kippe. Nun ist es beschlossene Sache. Der Umzug wird im Februar nicht stattfinden, sagte Fabian Girmann vom Uthmödener Traditions- und Heimatvereins. Normalerweise laufen die Vorbereitungen dafür bereits ab Ende Oktober. Doch durch das Coronavirus sei das in diesem Jahr nicht möglich. Der nächste Umzug des Vereins wird dann wieder voraussichtlich 2022 durch die Straßen Uthmödens ziehen.