Weferlingen l Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt hat die Burg Weferlingen einschließlich des Parks als Kulturdenkmal in das Denkmalverzeichnis des Landes aufgenommen. In einem Schreiben vom Landkreis wird die Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen über die Aufnahme in Kenntnis gesetzt.

Allerdings war ein großer Teil, nämlich die überbauten Anlagen bereits im Denkmalverzeichnis eingetragen. Bisher ging der Geltungsbereich bis zum vorhandenen Gewölbe, informierte Weferlingens Ortsbürgermeister Dirk Kuthe seinen Ortschaftsrat. Jetzt allerdings wurde das Gelände um die vorhandene Parkanlage, die in einem Teil von der Kleingartenanlage überbaut ist, erweitert.

Auch der Garten denkmalgeschützt

Damit gehören nun die Burg Weferlingen mit dem Bergfried, dem Schloss und dem Garten aus geschichtlicher, kulturell-künstlerischer und städtebaulicher Sicht zum denkmalgeschützten Bereich.

Für die Kommune werde es damit wohl künftig noch schwieriger, geplante Maßnahmen zum Um- und Ausgestaltung durchzubringen, denn immer, wenn etwas geplant ist, muss der Denkmalschutz davon rechtzeitig in Kenntnis gesetzt werden. Dirk Kuthe: „Das hat zur Folge, dass wir nicht mehr alles machen dürfen.“ Zum Glück seien die Arbeiten, die dank des inzwischen aufgelösten Vereins Mobsey am Amtsgarten vorgenommen worden sind, um den Weferlingen eine Spiel- und Erholungsfläche zur Verfügung zu stellen, abgeschlossen.

Vorhaben nun immer absprechen

Alle künftigen Vorhaben am nun offiziell eingetragenen Baudenkmal wie Baumaßnahmen, Werterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, aber auch Gestaltungsmaßnahmen innerhalb des ausgewiesenen Geltungsbereiches müssen der Denkmalbehörde rechtzeitig angezeigt und dann mit ihr abgesprochen werden.

Bei dem einbezogenen Areal handelt es sich um eine weitläufige, einstmals von drei Seiten von Wassergräben eingefasste Anlage, die nach Ansicht der Denkmalbehörde auf die Herren von Hornlage zurückgeht. Nach brandenburgischem Besitz durch Herzog Albrecht im 14. Jahrhundert wechselte die Anlage später in Halberstädter Besitz. Im 16.?Jahrhundert wurde die Wohnburg umgebaut, behielt jedoch kunstgeschichtlich wichtige architektonische Details (vermauerte frühgotische Fenster und Kleeblattbögen). Die Burg wurde erst in den 1920er Jahren durch einen Brand zerstört und steht seitdem in den vorhandenen Ruineresten auf dem Gutshof.

Veränderung über die Jahre

Neu im Verzeichnis integriert ist der Bereich südlich des Bergfrieds. Die ursprünglich ausgedehnte Anlage befindet sich aus historischer Sicht auf annähernd quadratischem Grundriss mit einem Wegekreuz. Die Flächen an den historischen Gebäuden sind unter Einbeziehung von Resten des ehemals vorhandenen Wassergrabens in ihrer historischen Gestaltung überliefert, während ein anderer Teil heute von der Kleingartenanlage genutzt wird und damit im Laufe der Jahrzehnte einer starken Veränderung unterzogen war.

Das halbunterirdisch vorhandene Tonnengewölbe und die steinernen Abdeckplatten lassen auf eine Nutzung als Eiskeller schließen. Mit Einfassung, Treppe und steinerner Sitzbank sowie teilweise noch vorhandenen Natursteinplatten auf der Zuwegung bildet der Bereich ein kulturell-künstlerisches Ensemble.