Haldensleben l „Schaut mal, wir haben Spezialdrachen. Und nicht mal die fliegen heute“, erklärten die Mitglieder der Magdeburger Drachenfreunde von „Elbwind“ den Mädchen und Jungen, die mit ihren Familien auf die Haldensleber Masche gekommen waren. Einige von ihnen wirkten etwas enttäuscht. Denn zum traditionellen Haldensleber Drachenfest hatten sie auf viel Wind gehofft. Der blieb jedoch aus. „Egal“, erklärten die Drachenfreunde und machten vor, wie die vielen bunten Flugobjekte trotzdem in die Luft steigen konnten.

Das Geheimnis, um die Drachen zum Aufsteigen zu bringen, lautete: Rennen, Rennen, Rennen. Und so sahen die Eltern und Großeltern, die mit ihren Jüngsten den Festplatz besuchten, etliche Knirpse mit ihren bunten Drachen hin und her flitzen. „Das Wetter können wir ja leider immer nicht vorhersagen“, äußerte Gisela Newiger, Leiterin der Abteilung Jugend und Sport in der Stadtverwaltung. Die Tage vor der Veranstaltung waren für sie und ihre Kollegen aufregend, denn wie das Wetter werden würde, war für die Organisatoren des Drachenfestes nicht abzusehen. „Das Fest begann um 13 Uhr und ging nur schleppend los. Da hatten wir schon Angst, dass kaum jemand kommen würde“, erzählt Gisela Newiger. Doch ihre Zweifel wurden zerstreut. Spätestens zur Kaffeezeit war die Masche voll mit Familien – die Kinder liefen mit ihren bunten Drachen über den Platz.

Not machte erfinderisch

Das Ausbleiben des Windes störte die Mädchen und Jungen dabei nicht allzu sehr. Ganz im Gegenteil: Die „Not“ machte sie erfinderisch. So wurden Luftballons des Deutschen Roten Kreuzes, das sich erneut an dem Drachenfest beteiligte, kurzerhand zu Flughelfern umfunktioniert. Viele Kinder banden die roten und weißen mit Helium gefüllten Ballons an ihre Drachen, die dadurch trotzdem in die Lüfte stiegen.

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Viele Helfer auch in diesem Jahr

Während das Wetter nicht vorherzusehen war, konnten sich Gisela Newiger und ihre Kollegen aber wieder auf etliche Organisationen und Einrichtungen verlassen, die bereits viele Jahre zum Gelingen des Drachenfestes beitragen. So waren die Jugendeinrichtungen „Der Club“ und „Kids & Co.“ mit Bastelangeboten, Essen und Getränken dabei. Auch der CVJM hatte Spiele für die jüngsten Besucher vorbereitet. Bunte Angebote hatte auch der Kinderschutzbund im Gepäck – eine große Rutsche und Zuckerwatte stellte die Stadt Haldensleben selbst zur Verfügung.

Alle Hände voll zu tun hatte auch die Polizei. Die Beamten waren mit einem Einsatzfahrzeug vor Ort und chauffierten interessierte Kinder mit Einsatz von Blaulicht und Sirene um die Masche. Erneut gab es auch das Angebot zum Ponyreiten.

Zum ersten Mal nahm außerdem die Evangelische Haldensleber Sekundarschule am Drachenfest teil. Während ältere Schüler für ihre Klassenkasse Kuchen verkauften, war auch die einzige Schülerfirma der Einrichtung vor Ort. „Wir verkaufen Kerzen“, erzählten Kayleigh, Shannon, Maja und Sophie. Die vier Mädchen aus der Klasse 6b sind Mitglieder der Kerzenfirma – in allen Farben und Formen stellen sie Kerzen her, die sie bei Anlässen verkaufen, um die Klassenkasse aufzubessern. Als nächstes, so verrieten die Schülerinnen, werden sie in Haldensleben bei Adventsmärkten zu finden sein, so beispielsweise auf dem Haldensleber Sternenmarkt.

Süßes im Heißluftballon

Vor allem freute sich Gisela Newiger über die treue Teilnahme der Magdeburger Drachenfreunde von „Elbwind“, die ausgefallene Flugdrachen zur Ansicht mitgebracht hatten. Sie hatten auch einen Heißluftballon im Gepäck, dessen Start etliche Besucher anzog. Nachdem das Flugobjekt eine gewissen Höhe erreicht hatte, ließen die Mitglieder von „Elbwind“ nämlich Bonbons aus dessen Gondel regnen.

Unterstützung finanzieller Art hatte es für das Haldensleber Drachenfest erneut vom Fachdienst Jugend des Landkreises gegeben. Dieser, so Gisela Newiger, sei ebenfalls ein verlässlicher Partner.