Mannhausen l Die Stellungnahme der Kommune und die Landkarte mit dem Gebiet des künftigen Biosphärenreservates lagen am Donnerstagabend zur Abstimmung auf dem Tisch des Calvörder Gemeinderates, der in Mannhausen tagte.

Das Biosphärenreservat umfasst Flächen in der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, der Stadt Gardelegen, der Stadt Haldensleben, der Gemeinde Calvörde und der Gemeinde Bülstringen. Die Gemeinde Calvörde hatte sich seit 2014 mit der geplanten Ausweisung des Reservates in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen befasst. Es gab damals viele kritische Stimmen und Forderungen der Bürger. Es entstand eine Willensbekundung in Form eines Eckpunktepapiers. „Die Aufgabe der Entwicklung, Vernetzung und Koordinierung der touristischen Aktivitäten wird seit Mitte des vergangenen Jahres in der Informationszentrale durch die neue Mitarbeiterin Juliane Ruttkowski vorangebracht“, zog Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) Bilanz.

Hartmut Sonnenschein (UWG) aus Wegenstedt fragte: „Es gab doch Bemühungen, die Grenze des Reservates im Bereich Mannhausen und Wegenstedt etwas nach Süden zu verschieben, sprich die Verlängerung der Bahntrasse Oebisfelde-Haldensleben bis zur Landesstraße 24, der Calvörder Chaussee in Wegenstedt. Gibt es eine Begründung, warum diese Bemühungen keinen Erfolg hatten?“

Schliephake antwortete: „Wir haben ja über diese Sache mehrfach im Wirtschaftsausschuss gesprochen, mit dem Hinweis der Naturparkverwaltung, dass das Verfahren komplett neu aufgerollt werden müsste, wenn es Verschiebungen im Grenzverlauf gibt.“

Ein Punkt für die Änderung des Grenzverlaufes war, den Bau von geplanten Windrädern auf diesem Areal zu erschweren. Schliephake erinnerte daran, dass es ein unanfechtbares Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg im Januar 2018 zum Windpark gab. „Durch das Urteil hat sich die Angelegenheit mit dem Bau des Windparks erledigt. Damit ist es wohl entbehrlich, diese Grenze zu ändern. Die Grenzverlaufänderung um einige hundert Meter ist eher belanglos. Der Aufwand samt der erneuten Beteiligung aller und der damit verbundene Zeitverlust wären zu groß“, betonte der Gemeindechef.

„Es hat eine Vielzahl von Vorschlägen und Einwende gegeben, manches wurde berücksichtigt und manches nicht. Wir haben jetzt – nach Aussage von Naturparkleiter Fred Braumann – eine Variante, auf der sich alle geeinigt haben“, ergänzte Gerhard Reinecke (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Sonnenschein hakte nach: „Es ging mir nicht nur um den Windpark. Es gibt auch andere Gründe, wie zum Beispiel der Schutz der Fledermäuse.“

Schliephake, der in Grauingen zuhause ist, entgegnete, dass es sicher auch an anderer Stelle Fledermäuse gibt. „Es ist nicht so einfach, so einen Abwägungsbeschluss zu gestalten, wenn es so viele unterschiedliche Interessen gibt“, gestand der Gemeindechef. Es gehe nicht um die Veränderung von Naturschutzauflagen, sondern in erster Linie um Mensch und Natur sowie um die Verbesserung des Bekanntheitsgrades des Areals. Einstimmig gaben die Ratsmitglieder mit ihrer Stellungnahme grünes Licht für das Vorhaben. Noch bis zum 20. Dezember liegen die Unterlagen zur Einsicht im Bauamt der Verbandsgemeinde Flechtingen öffentlich aus.