Kämkerhorst/Mannhausen l Morgens um 10 Uhr auf dem Gelände des Informationshauses im Naturpark Drömling in Kämkerhorst: 50 freiwillige Helfer aus dem Naturpark Drömling, darunter Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Altmark West GmbH und der Lebenshilfe Wolfsburg sowie der Evangelischen Stiftung Neinstedt aus Calvörde und Etingen krempeln im Rahmen des Projektes „Ungehindert engagiert“ die Ärmel hoch.

„Obwohl das Wetter mies ist, macht die Arbeit große Freude. Wir sind immer sehr gern hier im Drömling, denn die Leute sind immer gut drauf und machen jeden Spaß mit“, erklärt Mario Schmidt, als er mit Schwung die Schubkarre mit zerkleinerter Baumrinde füllt. Der Mulch dient insbesondere als Bodenabdeckung. „Der Boden unter dem Rindenmulch trocknet nicht so schnell aus und bleibt länger feucht. Mit dem Rindenmulch werden die Wege durch das nachempfundene Moor auf dem Gelände des Infohauses erneuert“, erklärt Naturparkmitarbeiter Thomas Klöber.

Pflanzlücken aufgefüllt

Auch Andreas Schröder hat sichtlich Spaß am gemeinsamen Schuften. Wie viele andere auch war der Miester schon bei Arbeitseinsätzen in den vergangenen Jahren dabei. Die meisten freiwilligen Helfer und ihre Freunde mit Handicap kennen sich auch von Exkursionen, bei denen sie die Schönheit des Drömlings entdeckten.

Bilder

Seit 13 Jahren besteht die Kooperation zwischen der Lebenshilfe und dem Naturpark. Neu dazu gekommen sind Bewohner der Stiftung Neinstedt. Die Menschen mit Handicap gehören zu den treuen Freunden der Ranger. Auch der Ummendorfer Klaus Hamann, der im vergangenen Jahr eine Ausbildung als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer absolviert hat, ist mit einer ganzen Gruppe von Bewohnern der Lebenshilfe Wolfsburg zum Helfen angereist. Gemeinsam wurden bereits in der Vergangenheit ein Kräutergarten gestaltet, Blühstreifen mit verschiedenen Saatgutmischungen angelegt und Weidenzäune gebaut.

Gleich mehrere Missionen gilt es, an diesem Vormittag zu erfüllen. Pflanzlücken müssen auf den landeseigenen Flächen – direkt neben dem Ufer der Ohre – gefüllt werden. Das ist eine Biberschutzmaßnahme, um den Konflikt Landwirtschaft und Biber zu entschärfen. „Der Biber soll in fünf bis sechs Jahren seine Äsung aus diesen Flächen holen. Im Frühjahr 2018 sah die Maßnahme noch sehr gut aus, aber durch den extrem trockenen Sommer führte die Ohre kein Wasser. Dadurch gab es einen sehr großen Ausfall bei den Pflanzungen. Damit das hier ein anständiges Bild ergibt, werden jetzt Birken und Pappeln dazwischen gesetzt“, schildert Ulrich Kaatz, Mitarbeiter des Naturparks.

Parkverwaltung begeistert vom Engagement

Auch Kristin Klatt, zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, steckt in hohen Gummistiefeln, um mit Bewohnern vom „Mariannenhof“, die sie beruflich betreut, die Stecklinge zu setzen. Eine andere Gruppe macht sich am Himmelsteich zu schaffen. „Ein Himmelsteich hat keine natürliche Quelle. Er wird einfach durch das Grundwasser gespeist“, erklärt Kaatz und überzeugt ganz nebenbei Axel Lorenz, dass er wegen der Nässe lieber die Wathose beim Arbeiten anlassen soll. Gleich mehrere Ballen von Stecklingen trägt Lorenz zu den langen Pflanzbeeten.

„Ich bin total begeistert vom Tatendrang der vielen Helfer und auch vom Engagement der Natur- und Landschaftsführer, die eigenständig geführte Touren anbieten und auch heute hier mit anpacken“, beschreibt Sabine Wieter, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Naturpark. Parallel zum Arbeitseinsatz findet entlang des Krötenzaunes am Ehrenfriedhof in Mieste noch eine Müllsammel-Aktion der Juniorranger statt. Nach den Anstrengungen treffen sich die kleinen und großen Helfer in Kämkerhorst, um sich mit Bockwürsten und selbst gemachten Salaten der „freiwilligen Frauen aus dem Naturpark“ zu stärken.