Haldensleben l Mit dem Wohngebiet Werderstraße II hat die Stadt Haldensleben im Jahr 2015 auf die Nachfrage nach Eigenheim-Bauplätzen reagiert. Doch mittlerweile sind dort so gut wie alle Grundstücke vergeben, nur noch 2 der insgesamt 27 Bauplätze sind frei. „Die städtischen Baugebiete haben sich schnell gefüllt. Und auch die privaten wie der Klingteich haben sich gut entwickelt“, so die Einschätzung von Planer Nils Funke.

Er hat bereits im Jahr 2011 bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans prognostiziert, dass Haldensleben bis zum Jahr 2025 insgesamt etwa 350 Bauplätze für Eigenheime benötige. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, soll auf einer rund 9700 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Neuenhofer Straße und der Gänsebreite ein neues Baugebiet entstehen. Den Bebauungsplan hat Funke jüngst dem Bauausschuss des Stadtrates vorgestellt.

Knapp 40 Bauplätze bietet das Areal. Funke sieht hier vorrangig eine Bebauung mit Einfamilienhäusern vor. Doch es soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, zwei Grundstücke an der Neuenhofer Straße mit Reihenhäusern zu bebauen. „Somit könnte das Wohngebiet zur Straße hin abgeschlossen werden. Gleichzeitig wären die Reihenhäuser ein guter Schallschutz“, ist der Planer überzeugt. Allerdings, so macht er deutlich, sei die Nachfrage nach Reihenhäusern rückläufig, so dass die Vorgabe auch nicht zwingend wäre.

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Maximalhöhe: neun Meter

Die Einfamilienhäuser, die dort entstehen können, sind auf zwei Vollgeschosse und eine Maximalhöhe von neun Metern festgesetzt. Das entspreche dem Typus Stadtvilla, sagt Nils Funke. Dem Bau von größeren „Mietobjekten“ soll damit ein Riegel vorgeschoben werden.

Die Grundstücksgrößen betragen im Durchschnitt 700 Quadratmeter. „Das entspricht in etwa der Nachfrage“, meint der Planer. Allerdings gebe es Ausreißer – sowohl nach unten als auch nach oben. „Auch Grundstücke bis 900 Quadratmeter sind möglich, damit keiner, der etwas größer plant, zwei Grundstücke kaufen muss“, sieht er auch diese Eventualität berücksichtigt.

Eine sieben Meter breite Straße soll das Baugebiet erschließen, allerdings nicht durchgehend von der Neuenhofer Straße zur Gänsebreite. Die südlichsten Grundstücke im Baugebiet werden von der Gänsebreite aus erschlossen. Beide Straßen werden zur Sackgasse. „Damit soll vermieden werden, dass die Straße als Durchgangsstraße genutzt wird“, spricht Funke auch den Aspekt der Verkehrsberuhigung an. Deshalb soll der nördliche Abschnitt der Straße auch einen Versatz bekommen, um eine schnurgerade Piste zu vermeiden. „Das soll der Temporeduzierung dienen.“

Dass die für das Baugebiet vorgesehene Fläche derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, stellt laut Funke kein Problem dar. „Laut Flächennutzungsplan ist sie für die Wohnbebauung vorgesehen.“

Doch das geplante Baugebiet scheint nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. „Ich wage zu behaupten, dass der Bedarf höher ist, als wir dies bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans 2011 geplant haben“, meint Nils Funke und rät: „Das sollte die Stadt auch berücksichtigen, um Abwanderungen zu verhindern.“ Als Ursache für die gesteigerte Nachfrage nennt der Planer nicht nur einen Bevölkerungszuwachs, sondern auch darin, dass die Zahl der Single-Haushalte steigt. Und nicht jeder Alleinstehende möchte künftig zur Miete wohnen.

Stadtrat gibt grünes Licht

So hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung nicht nur der öffentliche Auslegung des Bebauungsplans für das Wohngebiet Neuenhofer Straße zugestimmt, sondern auch der des mittlerweile zum dritten Mal geänderten Flächennutzungsplans (FNP). In diesem Zusammenhang ist auch die beschlossene Auslegung des Bebauungsplans für ein weiteres Wohngebiet zu sehen, dass an der Bülstringer Straße entstehen könnte.

Dieses Baugebiet war so im FNP nicht enthalten. „Wir hatten eine Wohnbebauung als Nachnutzung des Geländes des Jahnstadions vorgesehen“, erklärt Planer Funke dazu. Dies sei allerdings nicht möglich, weshalb jetzt die Bülstringer Straße in den Fokus gerückt sei. Weil hier aber bislang nur eine straßenbegleitende Bebauung stadtauswärts auf der rechten Seite (vor der Gärtnerei Neumann) vorgesehen war und kein abgegrenztes Wohngebiet als solches, musste der FNP überarbeitet werden.

„Insgesamt sind 28 zusätzliche Einfamilienhausgrundstücke vorgesehen. Diese decken die Angebotslücke, die aufgrund der Verschiebung der Realisierung des Baugebietes an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee entstanden ist“, heißt es im Bebauungsplan. Die Bebauung darf hier ähnlich wie an der Neuenhofer Straße mit Einfamilien- beziehungsweise Reihenhäuser erfolgen.

„Das Gebiet ist zentrumsnah und daher als Wohngebiet geeignet“, schätzt Nils Funke ein. Augenblicklich, so sagt er, gebe es jedoch noch keinen konkreten Bedarf für diese Bauplätze. Dass dieser sich aber mit der Zeit ergeben werde, steht für den Planer außer Frage. Deshalb sollten schon heute die Voraussetzungen für morgen geschaffen werden, meint er.