Haldensleben l Große Freude herrschte bei den elf Männern und Frauen während der Einbürgerungsveranstaltung. Einige brachten auch ihre Familienmitglieder zu diesem für sie besonderen Ereignis mit. Bereits zum dritten Mal wurde die Einbürgerung von Landrat Martin Stichnoth durchgeführt. Er überreichte den Neubürgern die Urkunde und gratulierte ihnen gemeinsam mit Corinna Sladky, Leiterin des Fachbereichs Migration, und Verwaltungsmitarbeiterin Inka Randel. „Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal nicht so einfach ist“, sagte Stichnoth. Er freute sich, dass auch Familienangehörige mit dabei waren. „Das ist ein feierlicher Akt auf einem langen Weg, den Sie bisher gegangen sind“, sagte Martin Stichnoth. Denn viele der Bürger leben seit Jahren in Deutschland.

Von Brasilien in die Börde

Glaucia Maria Beese freute sich sehr über die deutsche Staatbürgerschaft. Sie kam 1997 aus Brasilien in die Börde. Der Grund dafür war die Liebe zu ihrem Mann Christian Beese.

Während eines Urlaubs von Christian Beese in Sao Paulo lernten sich die beiden kennen. „Im Januar 1996 kam ich für einen Urlaub drei Wochen nach Deutschland“, erzählte Glaucia Maria Beese. Hier lernte sie ihre zukünfitigen Schwiegereltern kennen. Ein Jahr später kam die Brasilianerin erneut nach Deutschland :„Und dann habe ich nach drei Wochen entschieden hier zu bleiben, weil ich verliebt war“.

Die deutsche Sprache zu erlernen war für sie schwierig. In Brasilien kaufte sie sich Bücher und CD´s auf deutsch und lernte so die wichtigsten Wörter. „Ich habe von meiner Schwiegermutter die Alltagssprache gelernt“, berichtet Glaucia Maria Beese. Jeden Tag lernte sie Vokabeln. Mittlerweile lernt Glaucia Maria Beese von ihren Kindern Deutsch. An Deutschland gefallen ihr die Kultur und die Häuser. Mit ihrem Ehemann Christian Beese und den drei Kindern wohnt sie im Sülzetal und arbeitet als Servicemitarbeiterin in einem Hotel.

Anfang 2019 entschied sich Glaucia Maria Beese den Einbürgerungstest zu machen, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen. „Ich möchte abgesichert sein, wenn meinem Mann etwas passiert“, erklärte die 53-Jährige. Ihre Heimat Brasilien vermisse sie manchmal. Alle drei Jahre fliegen Claucia Maria Beese, ihr Ehemann und ihre Kinder nach Brasilien, um ihre brasilianischen Angehörigen zu besuchen. Ziel der Familie Beese ist es, irgendwann ein kleines Haus in Brasilien zu haben.

Einbürgerungstest ohne Fehler

Mehmet Batur reiste ebenfalls im Jahr 1997 nach Deutschland ein. Doch bei ihm war es nicht die Liebe, die ihn nach Deutschland zog. „Die Politik war damals in der Türkei schwierig“, berichtet der 43-jährige. Zuerst ging es nach Paderborn zu seinen Eltern, wo er einen Asylantrag stellte. Daraufhin zog er nach Halberstadt und kam dann in seinen jetzigen Wohnort nach Wolmirstedt. 2018 machte Mehmet Batur den Einbürgerungstest und beantwortete alle 33 Fragen richtig. Dieser Test umfasst Fragen aus den Bereichen Geschichte, Demokratie und Gesellschaft. Außerdem werden drei Fragen zu dem Bundesland gestellt, in welchem der Wohnsitz ist. „Sicherheit und Freiheit sind sehr wichtig für mich“, erzählt er. Daher entschloss er sich die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen.

An diesem Tag erhielten Bürger aus acht verschiedenen Nationen die deutsche Staatsangehörigkeit. Dies ist bisher die zweite Einbürgerungsverantsaltung in diesem Jahr. „Wir versuchen jedes Vierteljahr eine Einbürgerungsveranstaltung zu organisieren“, erklärt Daniel Görges, Sachgebietsleiter im Amt für Migration.

Bei einer Tasse Kaffee kamen die Neubürger mit Martin Stichnoth nach der Urkundenübergabe ins Gespräch.