Haldensleben l „Ich fühle mich hier wohl und schon seit Jahren zuhause“, sagt Masiel González Marrero. Seit 2008 wohnt die gebürtige Kubanerin schon in Deutschland und spricht die Landessprache einwandfrei, doch erst jetzt darf sie sich offiziell deutsche Staatsbürgerin nennen. Ebenso wie fünf weitere Einwohner des Landkreises, die ihre Einbürgerung im Landratsamt feierten.

Willkommen geheißen wurden sie von Landrat Hans Walker, Corinna Sladky, Fachdienstleiterin für Migration sowie Inka Randel, Sachbearbeiterin des Fachbereichs „Staatsangehörigkeit“. Randel betreut die angehenden Bundesbürger auf ihrem Weg zur Einbürgerung. „Jährlich bekommen im Landkreis etwa 30 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen. Dazu laden wir durchschnittlich zu vier Einbürgerungsveranstaltungen im Jahr ein“, erklärt Randel.

Jährlich rund 30 Einbürgerungen

Neben Formalitäten seien für die Einbürgerung vor allem gute Deutschkenntnisse wichtig, dass die Bewerber über einen Arbeitsplatz verfügen und möglichst ohne Sozialbezüge auskommen, war weiterhin von Randel zu erfahren. Zudem müssen sie einen Einbürgerungstest bestehen, der aus 33 Fragen besteht, von denen mindestens 17 richtig beantwortet werden müssen.

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„Ich fand den Test einfach. Es ging um Geschichte, Sprache, Sachsen-Anhalt und Allgemeinwissen“, fasst Masiel González Marrero zusammen. Die 28-Jährige arbeitet als Lageristin bei Hermes. Nach Deutschland gekommen ist sie durch ihren Ehemann Barcelo Velazquez. „Ich bin selbst halber Kubaner und habe meine Frau kennengelernt, als ich zu einem Familienbesuch auf Kuba war“, erklärt der 34-Jährige. Auch ihr zweijähriger Sohn Alexandro war bei der Einbürgerungsveranstaltung dabei.

Kuba besucht die junge Familie öfter. „Wir waren erst im vorigen Jahr dort“, sagt Masiel González Marrero. Als größten Unterschied zwischen Kuba und Deutschland nennt sie die Mentalität der Menschen: „Kubaner sind offener und lebensfroher.“ Ein Vorzug Deutschlands, den ihr Mann hinzufügt, sei die Meinungs- und Pressefreiheit.

Sprache und Arbeitsplatz wichtig

Diesen Punkt spricht auch Landrat Hans Walker an, der ein lockeres Gespräch mit den „Neudeutschen“ führt, nachdem er die Einbürgerungsurkunden verliehen hat. Auf seine Frage, ob sie mit der Arbeit der Behörden im Zuge ihrer Einbürgerung zufrieden seien, geht ein einvernehmliches Kopfnicken durch den Raum.

„Ja, sehr!“, sagt Timothy William Maslin, der bereits seit 1995 in Haldensleben wohnt und als Maurer arbeitet. Er und Mandy Hochheimer sind die ersten Briten, die Randel auf ihrem Weg zur Einbürgerung begleitet hat.

Ob der Brexit etwas damit zu tun habe? „Durchaus. Als in Großbritannien erste Gedanken zum Brexit aufgekommen sind, hat mein Sohn gesagt, ich müsse mich unbedingt einbürgern lassen“, erklärt Hochheimer, die seit 1983 in Deutschland lebt. Zwar ist die 54-Jährige aufgrund gesundheitlicher Probleme Frührentnerin, doch engagiert sie sich ehrenamtlich für die St.-Marien-Kirche in Haldensleben.

Auch Briten dabei

Weitere Neubürger, die jedoch ebenfalls seit einigen Jahren im Landkreis Börde leben, sind die aus Russland stammende Krankenpflegerin Natalia Chifrina und ihr Sohn Aleksandr sowie der in China geborene Jin Shi, der an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg International Business and Economics studiert.

Sie alle wurden von Inka Randel abschließend noch daran erinnert, sich bei ihren jeweiligen Einwohnermeldeämtern ins Wählerverzeichnis eintragen zu lassen, wenn sie an der diesjährigen Bundestagswahl teilnehmen möchten. Ein Recht, dass jeder von ihnen gerne in Anspruch nehmen möchte.