Haldensleben l Er ist das letzte noch im Dienst befindliche Gründungsmitglied des Ortsverbandes des Technischen Hilfswerks (THW) in Haldensleben und rückt nun erneut an die Spitze der Truppe: Michael Rost. Der gebürtige Haldensleber, der den Ortsverband mit aufgebaut und die Gemeinschaft zwischen 2005 und 2010 schon einmal angeführt hatte, bekam am Samstag in feierlichem Rahmen seine Berufungsurkunde überreicht. Der 54-Jährige war bereits Ende des Jahres 2019 bei der Vorschlagswahl von den Mitgliedern einstimmig zum Ortsbeauftragten gewählt worden. Die Abstimmung war notwendig geworden, nachdem Uwe Willenbacher aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.

„Die Truppe ist einfach super. Es wäre schade gewesen, wenn sich hier niemand gefunden hätte, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Michael Rost, der sich in den vergangenen Jahren als Ausbildungsbeauftragter des Ortsverbandes engagierte – wie alle seine Kameraden ehrenamtlich. Auch seine neue Funktion ist ein reines Ehrenamt. „Meine Familie und auch mein Arbeitgeber stehen aber voll hinter mir“, so der Vater zweier erwachsener Kinder, der in Braunschweig in einem Elektrofachgroßhandel arbeitet.

Ausbildung ist das A und O

Auf das THW aufmerksam wurde Michael Rost bereits im Dezember 1996. Damals war er einem Aufruf in der Volksstimme zu einer Informationsveranstaltung zur Gründung eines eigenen THW-Ortsverbandes gefolgt. „Das war sehr interessant. Und ich bin dabei geblieben“, sagt er.

Danach durchlief Rost nach seiner Grundausbildung unter anderem den Basislehrgang für Führungskräfte und die Prüfer-Grundausbildung für den Katastrophenschutz. „Ausbildung und Üben sind das A und O“, weiß der erfahrene THW-Helfer, der auch in seiner neuen Funktion Wert darauf legen möchte, seine Kameraden fit für die Einsätze und Aufgaben zu machen.

Aufbau der Fachgruppe N

Die Verantwortung ist dabei groß. Denn im Ernstfall können seine Kameraden auch zu überregionalen Einsätzen gerufen werden, so wie bereits beim Oder- und dem Elbe-Hochwasser oder zur Absicherung des G8-Gipfels in Heiligendamm und dem G20-Gipfel in Hamburg. Zwei Kameraden unterstützten auch schon ihre Kollegen in Frankreich nach dem Orkan Lothar, der im Dezember 1999 dort gewütet hatte.

Aktuell geht es um den weiteren Aufbau der sogenannten Fachgruppe Notversorgung, die im September am Haldensleber Standort eingerichtet wurde. Die Kameraden der Fachgruppe N, wie sie kurz genannt wird, unterstützen im Einsatzfall alle weiteren Fachgruppen unter anderem mit Beleuchtung, Pumpen oder Zelten. „Wir können aktuell 30 bis 35 Leute in Zelten unterbringen samt mobilen Toiletten sowie einer Stromversorgung“, erläutert Michael Rost. Seit Dezember verfügt diese Fachgruppe außerdem über einen neuen Gabelstapler mit drei Tonnen Tragkraft.

Kameraden werden nach ihren Interessen einges

„Wir sind insgesamt gut ausgestattet“, so der neue Ortsbeauftragte, der darüber hinaus große Stücke auf seine Mitstreiter hält. „Das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten klappt bei uns sehr gut“, so Rost. „Wir sind hier wie eine Familie und wollen auch weiter die Kameradschaft hochhalten.“ Aktuell verfügt die aktive Truppe über 16 Kameraden. Drei Kameraden befinden sich in der Grundausbildung. Hinzu kommen acht Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren in der aktiven Jugendgruppe. Die THW-Helfer treffen sich jeden Mittwoch zum Dienst sowie zweimal im Monat auch samstags – im Januar, so Rost, kamen sie sogar jeden Sonnabend zusammen.

Wer Lust hat, beim Technischen Hilfswerk mitzuarbeiten, kann jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr im Gebäude in der Johann-Gottlob-Nathusius-Straße vorbeischauen und sich informieren. Wer sich entschließt, im Katastrophenschutz mitzuarbeiten, durchläuft zunächst eine knapp einjährige Grundausbildung, in der das Einmaleins des THW vermittelt wird. Nach bestandener Abschlussprüfung kann dann der Dienst in den verschiedenen Bereichen beginnen. „Dabei achten wir darauf, dass unsere Kameraden auch nach ihren Interessen eingesetzt werden“, erläutert Michael Rost.

Und diese Möglichkeiten sind recht vielfältig: So gibt es neben der Fachgruppe N den Zugtrupp mit dem Führungsfahrzeug als Schnittstelle der einzelnen Bereiche sowie die Bergungsgruppe, die gezielt zur Menschen- und Tierrettung eingesetzt wird und auch Räum- und Sicherungsarbeiten ausführen kann.