Erxleben l Jahrelanger Leerstand und mangelnde Bauunterhaltung haben am Erxleber Schloss II erhebliche Feuchtigkeitsschäden hinterlassen. Vor allem die Dach- und Deckenkonstruktion des Südflügels, auch Hinterschloss genannt und im Jahr 1563 vollendet, hat aufgrund ihrer desolaten Substanz Wasser in das Gemäuer eindringen lassen. In diesen Tagen enden die Bauarbeiten zur Notsicherung der Dachkonstruktion.

Dem weiteren Verfall muss Einhalt geboten werden, erteilte die Untere Denkmalbehörde des Landes der Gemeinde die Auflage, sich um eine Abdichtung des Daches zu bemühen. Alle durch Feuchtigkeitseintritt maroden und nicht mehr standsicheren Bereiche mussten so abgesichert werden, dass keine weiteren Folgeschäden entstehen können. Dächer und undichte Bereiche wurden für die nächsten Jahre fit gemacht.

Bei der Vorbereitung der Notsicherungsmaßnahmen konnte die Gemeinde Erxleben mehrere Fördermittelgeber gewinnen, darunter das Land Sachsen-Anhalt, das 65 000 Euro aus dem Programm „Zuwendung zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmälern“ zur Verfügung stellte.

Weitere Mittel kamen von Lotto Toto mit 26 000 Euro und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 8000 Euro.

„Die Gemeinde dankt allen Fördermittelgebern für Ihre Unterstützung“, sagt Bürgermeister Gerhard Jacobs. Allein hätte die Gemeinde diese Auflage nicht erfüllen können.

Gemeinde kann diese Aufgabe nicht schultern

Kaum gehen diese Notsicherungsarbeiten am sogenannten Joachims-Bau, einem Teil der recht umfangreichen Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert, zu Ende, gibt es bereits ein neues Vorhaben.

Wie Bürgermeister Gerhard Jacobs am Donnerstag im Gemeinderat informierte, führt das Fachwerkzentrum aus Quedlinburg ab der kommenden Woche ein erstes Seminar in Erxleben durch. Das bedeutet, vor allem junge Fachleute und erfahrene Meister aus allen Handwerksbereichen weilen vor Ort, um sich die Bauschäden am Objekt anzusehen. Das Schloss II hat die Chance, über ein spezielles Heißluftverfahren von Schwamm und Feuchtebefall in Decke und Wänden befreit zu werden.

Der erste Schritt dafür sind das Aufmaß und eine genaue Kartierung der Schäden. Diese Forschung zur Bausubstanzermittlung ist Grundlage für die weitere Vorgehensweise, unter anderem auch für die Beantragung von Fördermitteln, die mit Hilfe des Deutschen Fachwerkzentrums einen erheblichen Teil der Baukosten auffangen könnten.

Und weil all die Bauarbeiten nur Sinn machen, wenn es auch Bemühungen um eine Nutzung gibt, hat das Fachwerkzentrum eine Möglichkeit aufgezeigt, aus dem Bau ein Hostel zu entwickeln. Das Projekt wurde dem Gemeinderat in einer ersten Runde Ende September vorgestellt.