Ideenwettbewerb

Etingen wünscht sich den Titel „Mühlendorf“

Etingen bewirbt sich im Biosphärenreservat Drömling um den Titel „Mühlendorf“. Eine Bockwindmühle steht am Dorfrand und schmückt das Ortswappen. Doch die „alte Dame“ braucht dringend Hilfe.

Von Anett Roisch
Die Etinger Mühle ist das Wahrzeichen des Ortes am Rand des Drömlings. Nach der Sanierung wurde sie 1992 als Baudenkmal im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen. Inwischen braucht die Mühle erneut eine umfangreiche Schönheitsbehandlung.
Die Etinger Mühle ist das Wahrzeichen des Ortes am Rand des Drömlings. Nach der Sanierung wurde sie 1992 als Baudenkmal im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen. Inwischen braucht die Mühle erneut eine umfangreiche Schönheitsbehandlung. Foto: Anett Roisch

Etingen - „Einige Orte im Drömling haben schon einen Titel und ein Schild. So ein Schild wäre doch auch etwas für Etingen“, motivierte Etingens Ortsbürgermeister Marko Alex (CDU) die Mitglieder des Ortschaftsrates bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums.

Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes werden Themendörfer in und um den Drömling gekürt. Der Bekanntheitsgrad des Biosphärenreservates Drömling soll erhöht werden. Während zum Beispiel Kathendorf den Titel „Schwalbendorf“ und Rätzlingen den Namen „Dorf der Linden“ tragen dürfen, wird nun für andere Dörfer der Einheitsgemeinde nach Namensideen gesucht.

„In fast allen Dörfern gibt es Bräuche, besonders aktive Vereine, natürliche oder kulturelle Besonderheiten. So wäre das storchenreichste Dorf Buchhorst zu nennen, aber auch Eisenbahnerdörfer, Wurstsängerdörfer, Dörfer mit besonders schönen Kirchen oder anderen Bauwerken und ähnliches sind denkbar“, sagte Sabine Wieter, Mitarbeiterin des Biosphärenreservates.

Eines der Themendörfer im Drömling zu sein, wäre - nach Ansicht von Alex - gut für die Zukunft von Etingen, um den Tourismus zu fördern und würde vielleicht auch Gäste in die neu eröffnete Bauernschänke zu locken.

Buchhorst hat bereits den Namen „Storchendorf“ für sich beansprucht. „So kam ich auf die Idee, dass wir ja die Windmühle haben“, sagte Alex und wollte wissen, was sein Rat dazu meint. Fritz Riecke (parteilos) meinte anfänglich, dass der Name „Mühlendorf“ an den Haaren herbeigezogen wäre. „Man weiß ja nicht, was aus der Mühle wird. Nachher haben wir das Schild zu stehen und keine Mühle mehr“, gab Riecke zu bedenken.

„Alte Dame“ soll vor dem Verfall gerettet werden

Zur Mühle hatte der Ortsbürgermeister gleich noch eine gute Nachricht. Der Besitzer der Mühle möchte einen Verein gründen, um die „alte Dame“ zu retten. Windmühlen haben als einstige technische Wunderwerke längst an Bedeutung verloren. Umso wertvoller sind die Exemplare, welche bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind. Die Bockwindmühle in Etingen gehört zu den wenigen Mühlen, die als Baudenkmal von der Vergangenheit erzählen und einen interessanten Kontrast zur heutigen modernen Industrie bilden.

Hendrik Scharf (CDU) sagte, dass er die Vision vom „Mühlendorf“ richtig gut findet. „Selbst wenn es die Mühle irgendwann nicht mehr geben sollte, ist sie ja in unserem Wappen verewigt“, begründete er. Scharf sieht den Titel als eine „gute Präsentationsmöglichkeit" für Etingen. „Ich stimmte dem Namensvorschlag hundertprozentig zu“, so Scharf. Alex hakte nach: „Was ist nun?“

Frank Widdecke (FWG) sagte schmunzelnd: „Wir müssen uns erst mal mit der Idee anfreunden. Das geht nicht so schnell.“ Ilka Schüssling (parteilos) befürwortete die Bewerbung um den Titel: „Wir wollen ja das Biosphärenreservat unterstützen und als Dorf mit dem Drömling für uns werben, deshalb ist dieses Schild eine gute Sache."

Wer im Verein mitwirken möchte, ist willkommen

„Neben den Willkommensschildern gibt es Werbeflyer mit Informationen zu den Besonderheiten in den einzelnen Orten, so dass alle Themendörfer auch vermarktet werden können“, erklärte Sabine Wieter. Letztendlich favorisierte der Ortschaftsrat den Titel „Mühlendorf“.

„Der Besitzer der Mühle konnte inzwischen auch den Grund und Boden, auf dem das historische Bauwerk steht, bekommen. Er hat sich bei allen bedankt, die bei der Vermittlung geholfen haben“, sagte Alex. Die Vereinsgründung sei bereits „in Sack und Tüten“. Der Mühlenbesitzer Helmut Russ wird sich in der nächsten Woche mit einigen Interessierten in der Etinger Bauernschänke treffen und in der Runde über die Sanierungspläne für die Mühle beraten.

Wer im Mühlenverein mitwirken möchte, ist willkommen. Kontakt zu Helmut Russ ist möglich unter Funktelefon 0172/ 456 22 55.