Puppentheater

Etingerin erweckt Marionetten zum Leben

Christin Niemetz fertigt Marionetten an. In einem Bauwagen kann die Ergotherapeutin ihre Kreativität entfalten.

Von Anett Roisch

Etingen l Wer die Tür des Bauwagens - der Werkstatt von Christin Niemetz – öffnet, betritt eine eigene kleine Welt. Überall hängen im Ideenzimmer Entwürfe, Bilder und dazwischen Materialien, wie Papier, Seide, Styropor, Pinsel, Stifte und Farben. Die 27-jährige Etingerin baut leidenschaftlich gern Marionetten.

Von 2007 bis 2010 besuchte Christin Niemetz das IWK in Magdeburg und beendete die Schule mit dem Abschluss als staatlich anerkannte Ergotherapeutin. „Da sammelte ich meine ersten handwerklichen Voraussetzungen“, blickt sie zurück. In den Jahren ihrer Ausbildung packte sie das Interesse am Theaterspielen. Als Leihendarstellerin arbeitet sie seit 2008 in verschiedenen Genres, wie Ballett, Oper, Musical und auch Operette im Theater Magdeburg. „In der Zeit im Opernhaus Magdeburg sammelte ich Erfahrungen hinter der Bühne in den Bereichen wie zum Beispiel Maske, Kulissenbau sowie Requisiten“, erinnert sie sich. „Ich habe Spaß am Theaterspiel, am Sägen, Töpfern und Filzen - da dachte ich mir, dass man das doch irgendwie mitein- ander verbinden kann. Ich begann, Puppen zu bauen. Ich habe eine Freundin im Harz, die Puppen- und Marionettenbau studiert hat. Sie greift mir unter die Arme, wenn es mal nicht so funktioniert, wie ich es mir denke“, beschreibt die Etingerin und erzählt von gemeinsamen Projekten. „2014 konnten wir bei einer Produktion von Figuren für das Stück Hänsel und Gretel am Theater der Altmark mitwirken“, erzählt sie nicht ohne Stolz und zeigt auf ihrem Laptop, wie zum Beispiel die zwei Meter große Hexe, die mit einem gutmütigen Gesicht einer Großmutter und einer ziemlich gruseligen Maske der bösen Zauberin ausgestattet ist. „Das Gefühl, zur Premiere meine eigens erbauten Puppen zu sehen, war unbeschreiblich schön“, denkt die junge Frau zurück. In den letzten Monaten besuchte die Etingerin Weiterbildungen zum Thema Puppenspiel und -bau. Unter anderem war sie auch beim legendären Neville Trauter zu Gast. Seit dem letzten Jahr absolviert sie eine dreijährige Ausbildung als Theaterpädagogin.

Mit ihren Erfahrungen aus all diesen Bereichen hat sie nun ihre eigene Firma „TherGo“ gegründet, in der sie die Bereiche Theaterpädagogik, Ergotherapie sowie Puppen- und Marionettenbau miteinander verbinden kann. Dementsprechend vielfältig ist ihr Arbeitsspektrum. So ist sie unter anderem als Ergotherapeutin bei der Lebenshilfe in Wolfsburg tätig und bietet außerdem Projekte der verschiedensten Arten an.

Ihr erstes Puppenkind war ein 80 Zentimeter großer Junge für eine Theater-AG einer Erfurter Förderschule. „Die Puppe habe ich für ein Theaterstück, bei dem ein Autist die Hauptrolle spielt, gebaut. Der Junge, der sich im Stück nicht traut, seinen Text zu sprechen, redete mit seiner Puppe“, beschreibt sie die Aufgabe ihres ersten Schützlings, den sie ungern weggab.

Ein Familien-Workshop ist im Jugendclub in Flechtingen am 25. Oktober geplant. Ab 16 Uhr entstehen unter ihrer künstlerischen Anleitung Handpuppen. „Wir wollen dann vier bis sechs Familien mit Kindern im Alter von 5 bis 8 Jahren zusammenbringen, um gemeinsam aus Schaumstoff Figuren zu erschaffen. Anmelden kann man sich im Jugendclub unter Telefon 0163/639 59 13 oder per E-Mail an rathaus@luftkurortflechtingen.de. Aber auch für andere Projekte ist die Theaterpädagogin offen. Sie würde gern weiter noch mehr mit Familien oder mit Kindereinrichtungen, Schulklassen an Projekttagen, mit Gruppen an Kindergeburtstagen oder mit behinderten Menschen zusammenarbeiten, um Puppen zu bauen und anschließend mit den Teilnehmern Theater zu spielen. Auch beim Aufbau einer Theater-AG würde sie mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen gern helfen.

Kontakt ist möglich unter www.thergo.de oder per Tel. 0174/9609566 und Anmeldungen zum Familien-Workshop unter Tel. 0163/63 959 13 oder per rathaus@luftkurortflechtingen.de