Althaldensleben l Für 17 Haldensleber Feuerwehrleute ist  die Nacht zum Dienstag spätestens um 5.51 Uhr zu Ende – sie werden zu einem Brand im Unternehmen Polystal in Althaldensleben gerufen. Dort ist es am frühen Morgen im Nebenraum einer Werkhalle zu einer Explosion gekommen, bei der zwei Personen leicht verletzt worden sind. Anschließend ist in dem Raum ein Feuer ausgebrochen. Mit vier Fahrzeugen rückt die Haldensleber Wehr zum Einsatzort aus.

Die Ursache für die Explosion ist noch nicht geklärt, es gibt aber Vermutungen, dass sich in dem Raum ein explosives Dampf-Luft-Gemisch gebildet haben könnte, das sich entzündet hat. „Bei der Explosion war niemand in dem Raum. Zum Glück, denn das hätte wohl keiner überlebt“, schätzt Haldenslebens Wehrleiter Frank Juhl, der den Einsatz auch geleitet hat, im Nachhinein ein. Dass das Unglück relativ glimpflich abgelaufen ist, liegt wohl auch daran, dass es sich zum Schichtwechsel ereignet hat.

Druckwelle hebt Dach leicht an

„Es soll ein dumpfer Knall zu hören gewesen sein, mit einer ordentlichen Druckwelle, haben Anwohner erzählt. Auf jeden Fall hat es die Türen und Fenster in dem Raum herausgerissen und auch das Dach leicht angehoben.“ Die Druckwelle hat auch eine Kalksandsteinmauer umstürzen lassen.

„Es war unwahrscheinlich heiß in dem Raum, wir brauchten ewig, um ihn runterzukühlen“, erklärt Frank Juhl. Wegen der ernormen Menge an Wasser, die dafür nötig war, ist es auch zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. „Das meiste war aber Wasserdampf“, versichert der Einsatzleiter.

Trotzdem haben die Kameraden das Gebäude nur unter Atemschutz betreten können. „Es hat ja auch die ganz normale Rauchentwicklung durch das Feuer gegeben. Das möchte niemand einatmen“, so Frank Juhl weiter. Die Rauchwolken sind in Richtung Kanal abgezogen und haben sich laut Juhl schnell aufgelöst. „Es hat zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden“, versichert er.

Zweiter Alarm gegen Mittag

Gegen 9.30 Uhr hatte die Freiwillige Feuerwehr Haldensleben den Brand gelöscht, wird aber um 12.24 Uhr erneut alarmiert. Wieder rückt sie mit 17 Mann aus. „Styropor und Dämmwolle hatten noch einmal vor sich hin geglimmt. Das kann durchaus passieren“, sagt Frank Juhl. Nach zwei Stunden Einsatzzeit ist auch hier wieder größerer Schaden abgewendet.

Auf dem Gelände des Unternehmens, das Rundprofile aus endlosfaserverstärkten Kunststoffen produziert, werden Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamtes und der Kriminalpolizei ihre Ermittlungen zur Explosionsursache aufnehmen. Auch ein Statiker ist nach Angaben einer Polizeisprecherin hinzugezogen worden. Er soll zunächst prüfen, ob Gebäude möglicherweise einsturzgefährdet sind, bevor die Ermittler mit ihrer Arbeit beginnen können. Der entstandene Schaden betrage rund 50.000 Euro, so die Polizeisprecherin.