Calvörde l „Wir haben nach jetzigem Stand 86 Mitglieder in unserem Verein. Als Neuzugänge können wir Justin Schüler und Sören Uhe begrüßen. Ich finde es schön, dass mal wieder junges Blut reinkommt“, freute sich Ingo Lüer, Vorsitzender des Feuerwehrvereins 1863 Calvörde.

Lüer blickte mit etwas Wehmut zurück und gestand, dass der Verein der „Firelions“ (Feuerlöwen) in seinen besten Zeiten mal 106 Mitglieder hatte. „Die Mitgliederzahlen stagnieren. Wir hatten 2011 mal – gegenüber des Calvörder Karnevalsclubs – die große Klappe, dass wir zahlenmäßig stärkster Verein im Ort sind. Von dem Gedanken können wir uns mittlerweile verabschieden“, bedauerte Lüer.

Mitglieder werden weniger

Die Anwesenden zogen ein Resümee. „Wir hatten im Januar 2018 das 55. Neujahrsgrillen. Es ist eine wunderbare Tradition. Ich hoffe, dass das auch noch lange so weiter geht“, blickte der Vorsitzende voraus. Auch der Spielenachmittag gemeinsam mit den Heimatfreunden war wieder sehr gut besucht. 2019 wird das Spielvergnügen am Sonnabend, 16. März, stattfinden. „Wer Lust und Laune hat, ist willkommen“, motivierte der Vereinschef. Aber auch zum Osterfeuer und zum Maibaumaufstellen laden die „Feuerlöwen“ seit vielen Jahren ein.

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Höhepunkt des vergangenen Jahres war der Tag der offenen Tür zum 155-jährigen Bestehen der Calvörder Feuerwehr. Wegen mangelnder Beteiligung musste die Vereinsfahrt nach Prag kurzfristig abgesagt werden. „Bei der Jahreshauptversammlung waren alle noch Feuer und Flamme, aber im Endeffekt hätten wir nicht mal im Bus die Fensterplätze besetzen können“, zog Lüer Bilanz. Organisiert hatte der Verein das Kürbisfest, den Martinsumzug und eine Weihnachtsfeier.

Osterfeuer und Grillfest für 2019

Für den 20. April ist auch wieder das Osterfeuer, für den 30. April das Maibaumaufstellen und für den 24. August ein Grillfest hinter dem Feuerwehrgerätehaus geplant. Einen Tag der offenen Tür soll es als kleines Herbstfest am 28. September geben. „Das Kürbisfest und der Martinsumzug entfallen in diesem Jahr. Wir haben ganz bewusst auf die Vereinsfahrt und auf die Radtour verzichtet. Das haben wir mit dem Hintergedanken getan, dass die Feste sich in der Vergangenheit wiederholten und manche Leute müde geworden sind. Deshalb machen wir jetzt mal etwas anderes – nämlich das Grillfest“, erklärte Lüer.

Rege wurde über die Vereinsarbeit diskutiert. Auch künftig wollen die Vereinsmitglieder versuchen, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Wichtig sei – nach den Ausführungen des Vorsitzenden – die Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten. Viele Brandschützer sind auch Vereinsmitglieder. „Es ist ein Geben und Nehmen, das wir weiter ausbauen sollten. Schließlich wollen wir alle ein gemeinsames Miteinander für Calvörde und Veranstaltungen für die breite Masse organisieren“, erklärte Lüer. Er bedankte sich bei allen Beteiligten, die das Jahr über aktiv waren.

Stolz auf den Verein

Sichtlich stolz auf den Verein zeigte sich auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU). Der Gemeindechef brachte seine Hochachtung gegenüber den Leistungen des Vereins und der Calvörder Wehr zum Ausdruck. Er befürwortete die Trennung von Verein und Feuerwehr.

„Ihr habt das galant gelöst. Die Feuerwehrleute sind ja die Spezialisten für den Brandschutz und ihr kümmert euch um das gesellige Leben und ergänzt unter der Überschrift ,Feuerwehrverein’ und macht die Arbeit, die die Frauen und Männer der Wehr zeitlich nicht leisten können“, sagte Schliephake und lobte das Engagement.

Ausbau des Feuerwehrgerätehauses

Die Pläne zum Um- und Ausbau des Feuerwehrgerätehauses stellte Calvördes Wehrleiter Andreas Wolter vor. „Eine Erweiterung der Rettungswache, die sich auf dem Gelände der Wehr befindet, ist zur Qualitätssicherung des Rettungsdienstes einzuleiten und durchzusetzen. Die Rettungsmittel sowie deren Ausstattung müssen den anerkannten Regeln der Technik sowie dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen“, betonte Wolter.

Demnach sei ein angemessener Aufenthaltsraum sowie ein gesondertes Zimmer, das bei Bedarf zum Beispiel für Einsatzauswertungen genutzt werden kann, vonnöten. „Wir brauchen diesen Raum in angemessener Größe auch für Unterrichtszwecke. Außerdem müssen dort Desinfektionsmöglichkeiten im Rettungsbereich, eine Fahrzeughalle und Räumlichkeiten mit hinreichender Anzahl an Ruheplätzen vorhanden sein“, zählte der Wehrleiter auf.

Flechtlingen soll zahlen

Wolter stellte den Antrag, dass der Verein die Maßnahme finanziell unterstützt, um eine alte ausgediente Wohnung, die sich auf dem Gelände befindet, zu renovieren. Diese Räumlichkeiten sollen dann für Schulungszwecke, für Sanitäranlagen und als Lagermöglichkeit für Ausrüstungen genutzt werden. Andererseits müsste – nach Ansicht einiger Vereinsmitglieder – die kommunale Gemeinde, die für das Objekt verantwortlich ist, den Löwenanteil der Kosten tragen. Schliephake versicherte, dass die Kommune ihren Anteil zahlen wird. Die Kosten für die Ausrüstung müsse die Verbandsgemeinde Flechtingen zahlen.

Nach einer regen Diskussion stimmten die Vereinsmitglieder mehrheitlich ab, die Pläne mit 5000 Euro zu unterstützen. Wolter und auch Schliephake bedankten sich für die Zusage der Vereinsmitglieder.