Klinze l „Früher muss es an einer Seite des Gerätehauses mal durchgeregnet haben. Die ganzen Balkenköpfe sind vergammelt. Ein neuer Dachstuhl muss her“, erklärte Klinzes Ortswehrleiter Uwe Klas und zeigte auf das einstige Feuerwehrgerätehaus, das 1935 erbaut wurde. „Zu DDR-Zeiten stand der Wagen mit den Gerätschaften zum Löschen drin. Der Vorspanndienst – also der Traktor – kam von der LPG“, berichtete der Wehrleiter. 2015 hatte die Wehr, zu der 15 aktive Brandschützer gehören, eine Großraumgarage bekommen. Trotzdem reicht der Platz lange nicht aus. „Wir wollen, dass auch das alte Gebäude erhalten bleibt. Wir haben nur die Garage, die nicht einmal beheizt ist. Eine Toilette gibt es auch nicht. Wir brauchen das Gerätehäuschen dringend als Schulungsraum“, betonte Klas.

Interessiert schauen sich die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses der Einheitsgemeinde sowie Bauamtsleiter Uwe Dietz bei ihrer jüngsten Zusammenkunft das kleine Gebäude an. „Eine Deckenplatte war gebrochen, die wollten wir durch Spanplatten ersetzen. Da haben wir den maroden Dachstuhl entdeckt“, beschrieb Klas.

Problem im Bauamt bekannt

Das Problem ist im Bauamt nicht neu. Immer wieder wurden die Klinzer Feuerwehrleute - nach den Ausführungen von Klas – vertröstet. „Wir sind froh, dass wir wenigstens die Fertiggarage bekommen hatten. Die Garage wurde aufgestellt, den Rest – wie die Pflasterung und Entwässerung – haben wir komplett in Eigenleistung bewältigt“, erinnerte sich der Chef der Wehr.

„Im November des vergangenen Jahres hat sich ein Statiker das alte Gerätehaus angeschaut und festgestellt, dass ein Ersatz des Dachstuhles erforderlich ist“, erklärte Dietz. Es gibt zwei Varianten. Zum einen könnte ein Flachdach das alte ersetzten und zum anderen könnte das Spitzdach – so wie es jetzt aussieht – wieder hergestellt werden. Nach Ansicht des Planers würde das Flachdach nicht ins Ortsbild passen. Andererseits hat die neue Garage, die gleich daneben steht, auch ein Flachdach.

Varianten werden verglichen

Nach Schätzungen des Planers würde die Wiederherstellung des alten Spitzdaches etwa 14.600 Euro kosten. Bei der Flachdachvariante müsste das Satteldach zurückgebaut werden, dann würde ein Pultdach entstehen. Dafür gäbe es – nach den Ausführungen von Dietz – noch keine Kostenschätzung. „Wenn es wieder ein Spitzdach wird, muss der Sturz überprüft werden. Augenscheinlich hält der Sturz vielleicht noch zehn Jahre“, schätzte Stadtratsmitglied Edwin Wietig (UWG). „Was wäre in Eigenleistungen möglich?“, wollten die Mitglieder des Ausschusses vom Wehrleiter wissen.

„Wir fassen das Dach nicht an. Wir haben keinen Dachdecker unter uns. Wir machen die Decke, die Elektrik und was sonst noch so an Kleinigkeiten anliegt“, sagte Klas. „Das ist eine klare Ansage“, stellten die Ausschussmitglieder fest. Ob die Dachziegeln wieder drauf können, das sollen Experten entscheiden. Hans-Werner Kraul (CDU), Bürgermeister der Einheitsgemeinde, erklärte, dass erst die Kosten für beide Varianten erstellt werden, um dann einen Vergleich zu haben und eine Entscheidung zu treffen.