Haldensleben l Es war um 1.40 Uhr, als ihr Funkmelder losging. Als die junge Feuerwehr-Kameradin die Adresse des Brandes sieht, bleibt ihr fast der Atem weg. Auf dem kleinen Gerät steht ihre eigene Adresse. Es brennt in ihrem Zuhause. Ihr erster Gedanke: Was ist mit meinem Vater?

Die junge Frau, die anonym bleiben möchte, eilt nach Hause. Der Dachstuhl steht lichterloh in Flammen. Knapp 60 Kameraden der Feuerwehren rücken aus, um den Brand zu löschen. Ihr Vater ist verletzt. Ihre Katze ist verschwunden. Eine kleine Welt, die von einem auf den anderen Moment zusammenbricht. Inzwischen heilen die Wunden des Vaters, die Katze wurde gefunden. Doch ihr Zimmer, einst im Dachgeschoss des Hauses, ist abgebrannt und unbewohnbar.

Fei Freunde untergebracht

Seit zwei Wochen ist die junge Frau bei Freunden untergekommen, noch vor Weihnachten soll sie in eine neue Wohnung ziehen. Doch alles, was sie besaß, fiel den Flammen zum Opfer.

Deshalb rufen die Kameraden der Haldensleber Feuerwehr eine Spendenaktion ins Leben, um der jungen Frau zu helfen. „Wir wollen der Kameradin bei ihrem Neustart helfen“, sagt Haldenslebens Wehrleiter Frank Juhl. Jeder Betrag hilft der jungen Frau, sich in ihrem neuen Zuhause einzurichten. Alle 40 Kameraden würden hinter ihr stehen.

Den Gegenständen in ihrem einstigen Zimmer trauert die Geschädigte nicht hinterher. „Das sind alles Gegenstände, die ersetzbar sind. Die Hauptsache ist, dass niemand verletzt wurde“, sagt sie. Ihre Erinnerungen, die den Flammen zum Opfer fielen, seien in ihrem Kopf gespeichert.

Im Notfall helfen

Die Spendenaktion der Haldensleber Kameraden bedeuten der jungen Frau sehr viel. „Ich bin Feuerwehrfrau und will damit anderen im Notfall helfen. Man rechnet nicht damit, dass man selbst einmal Hilfe braucht“, sagt sie.

Interessierte können sich bei der Stadt Haldensleben über die Facebook-Seite melden. Dort erhalten sie die Daten des Kontos der Kameradin. Außerdem können sie sich per E-Mail an wehrleiter@haldensleben.de melden, auch dann erhalten sie die Daten.

Der Vater der jungen Frau musste ebenfalls mit seiner Partnerin ausziehen. Insgesamt 20.000 Liter Löschwasser haben auch im Erdgeschoss ihre Spuren hinterlassen. Das Wasser hat sich seinen Weg über den Fußboden gebahnt, sickerte in Couch und Bett, bahnte sich seinen Weg in jeden Winkel des Hauses.