Barleben l Leon liebt die Feuerwehr. Immer, wenn die Kameraden im heimischen Biere zu einem Einsatz ausrücken, bittet er seine Mutter, ihn ans Fenster zu setzen, damit er alles beobachten kann. „Wir sind vor drei Jahren umgezogen und wohnen direkt gegenüber von der Feuerwehr“, erzählt Sindy Standke. Aber damit nicht genug. Der kleine Leon, der aufgrund einer Fehlbildung am zweiten Lendenwirbel mit einem offenen Rücken zur Welt kam, sammelt auch die Unterschriften von Feuerwehren.

Sein kleiner Rollstuhl trägt als Speichenschutz auf beiden Rädern ein Feuerwehrbild. Dort steht nicht nur sein eigener Name – inzwischen zieren die Bilder auch die Unterschriften von rund 70 verschiedenen Feuerwehren. Sogar ein Feuerwehrmann aus San Francisco hat das Bild signiert, erzählt Mutter Sindy im Gespräch mit der Volksstimme. Auch Kameraden aus Biere, Pretzien, Magdeburg, aus Thüringen, der Schweiz und vielen anderen Feuerwehren hat Leon schon getroffen. Vor einigen Tagen durfte der Fünfjährige auch bei den Einsatzkräften in Barleben hinter die Kulissen schauen.

Öffentlicher Aufruf

„Meine Schwester hatte für ihren Neffen einen öffentlichen Aufruf gestartet und geschrieben, dass er sich über Feuerwehrbilder und -videos freuen würde“, berichtet Leons Mutter. Daraufhin flatterten bei Sindy Standke nicht nur zahlreiche Fotos herein, sondern auch mehrere Einladungen von Feuerwehren aus nah und fern, mit dem Kleinen gern einmal vorbeizukommen – unter anderem aus Hamburg und Österreich und eben auch aus Barleben.

Und so verabredete sich Sindy Standke mit den Kameraden, um ihren Sohn zu überraschen. Anstatt nach dem Kindergarten nach Hause zu fahren, ging es zum Barleber Gerätehaus. Dort zeigten ihm David Wintrowicz und Lars Henning die Einsatzwagen und Gerätetechnik. Leon durfte Probesitzen, eine kleine Runde mit dem Löschgruppenfahrzeug durch Barleben fahren, das Martinshorn testen, mit einem Krafthebekissen ein Schrottauto anheben und den Brand in einer Feuerschale löschen.

Zum Abschied schenkten ihm die Kameraden zudem einen ausgedienten Feuerwehrhelm mit ihren Unterschriften, und vom Feuerwehrverein gab es ein Leinwandfoto des Tanklöschfahrzeuges. „Mit strahlenden Augen verabschiedete sich der kleine Leon“, berichtet David Wintrowicz. „Wir können mit Sicherheit sagen: Es wird nicht der letzte Besuch gewesen sein“, heißt es weiter.

Mit Mutter zur Reha

Im Moment ist der Junge zusammen mit seiner Mama zur Reha, um mobiler zu werden. Große Hoffnung setzt Leons Familie auf eine weitere Reha Anfang des nächstes Jahres. Dann soll der kleine Feuerwehrfan mit einer sogenannten Galileo-Vibrationsplatte trainieren. Hat das Training Erfolg, kann Leon vielleicht irgendwann sogar laufen.