Haldensleben l Es hat sich etwas verändert mit der Knallerei zum Jahreswechsel. Früher, berichtet Bianka Pasemann, sei der klassische China-Böller noch ein Verkaufshit gewesen. „Was haben wir da an Paletten verkauft“, erinnert sich die für Feuerwerk zuständige Abteilungsleiterin des Edeka-Centers am Gänseanger. „Wir sind damals mit dem Bestücken kaum hinterher gekommen“, sagt sie.

Heute hingegen sei der klassische Böller weniger gefragt. Der Trend gehe zu Feuerwerksbatterien und Raketensets, berichtet Pasemann. Auch Tischfeuerwerke würden sie heute mehr verkaufen. Insgesamt stehen in ihrem Markt acht Paletten für den heute beginnenden Feuerwerksverkauf bereit. Genauso viele wie im vergangenen Jahr, versichert Pasemann.

Das ist nicht überall so. Andernorts in Deutschland haben sich Händler in diesem Jahr gegen den Feuerwerksverkauf entschieden. Darunter sind auch Kaufleute von Edeka-Märkten. Die Baumarktkette Hornbach hat angekündigt, ab dem kommenden Jahr keine Feuerwerkskörper mehr zu verkaufen. Der Konkurrent Bauhaus will sein Sortiment im kommenden Jahr überarbeiten und schließt einen Verzicht nicht aus. Begründet wird der Schritt zum Feuerwerksverzicht zumeist mit der Umweltbelastung in der Silvesternacht oder mit dem Tierschutz.

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Feuerwerk ist weiter Silvester-Tradition

Für eine Mehrheit der Bundesbürger gehört das Feuerwerk allerdings weiterhin zur Silvester-Tradition, wie eine repräsentativen Umfrage von YouGov kürzlich ergab. Feuerwerk ist demnach für 57 Prozent eng mit Silvester verbunden. Gleichzeitig sind sich gut drei Viertel der Befragten aber auch bewusst, dass Raketen und Böller schlecht für die Umwelt sind.

Beim Hagebaumarkt an der Friedrich-Schmelzer-Straße hält man am Feuerwerksverkauf fest. „Zum Jahresabschluss ist das ein wichtiges Geschäft“, sagt Lars Walkowiak, der Leiter des Marktes. Er verweist darauf, dass es in Haldensleben noch keine großen Verbotszonen für Feuerwerke gibt wie in einigen Großstädten. Auch für das kommende Jahr sei bei ihnen ein Verkauf geplant, sagt Walkowiak.

Dass der Trend zu Feuerwerksbatterien geht, bestätigt der Marktleiter. Es gebe einen steten Anstieg, auch „hochwertige Batterien jenseits der 100 Euro“ seien gefragt, berichtet er. Dafür habe auch sein Hagebaumarkt in den vergangenen Jahren immer weniger klassische Böller verkauft. Der Rückgang bewege sich im zweistelligen Prozentbereich, sagt Walkowiak.

Weniger Böller hat auch Sabine Schweigel in den vergangenen Jahren verkauft. Sie leitet das Kaufhaus SB-Lüning in der Hagenpassage. Heute würden die meisten Feuerwerkskäufer zum Familiensortiment greifen, auch in ihrem Kaufhaus würden Batterien immer mehr bevorzugt, berichtet sie. Grundsätzlich sei der Feuerwerksverkauf bei ihnen ein „Baustein, der zum Jahresbahschluss dazugehört“, betont Schweigel.

18 Verkaufsstellen im Stadtgebiet

Für den Verkauf und die Lagerung der Feuerwerkskörper müssen die Händler Auflagen erfüllen. So dürfen sich etwa in einem Verkaufsraum laut Sprengstoffverordnung maximal 70 Kilogramm Nettoexplosivstoff befinden. Außerdem müssen Feuerlöscher in der Nähe sein. Wer dagegen verstößt, muss laut Verordnung mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Kontrolliert wird das Einhalten der Verordnung in Haldensleben von der Gewerbeabteilung der Stadt. Wie Stadtsprecher Lutz Zimmermann berichtet, seien in diesem Jahr 18 Verkaufsstellen in Haldensleben gemeldet. Schon am Freitag sei die Lagerung an einige von ihnen überprüft worden. „In einem Fall mussten die Feuerwerksartikel durch den Anbieter umgelagert werden, insgesamt gab es aber keine größeren Probleme“, berichtet Zimmermann. Am Montag soll es weitere Kontrollen geben.