Calvörde l Die Benutzungs- und Entgeltordnung für die Mehrzweckhalle in Calvörde stand im Fokus der jüngsten Zusammenkunft des Kultur-, Sport- und Sozialausschusses der Gemeinde Calvörde. „Da es sich beim Vorhalten der Vereinshalle um eine freiwillige Aufgabe der Gemeinde handelt und sich die Kommune außerdem in der Haushaltskonsolidierung befindet, muss hier möglichst kostendeckend gearbeitet werden“, erklärte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) die Notwendigkeit der Beteiligung der Vereine an den Kosten.

Anke Osterburg-Piele, Mitarbeiterin der Verwaltung, erläuterte zwei Varianten. Die erste Variante wäre die Abrechnung nach der tatsächlichen Hallennutzung auf Grundlage des Belegungsbuches. Die zweite Möglichkeit ist die Abrechnung nach dem Hallenbelegungsplan mit einer prozentualen Beteiligung der Vereine. Die zweite Variante wurde von den Ausschussmitgliedern favorisiert, da die Halle für alle Vereine zu der von ihnen angemeldeten Zeit vorgehalten wird.

Verhaltensregeln für die Vereine

„Wir hatten zuvor diskutiert, ob wir Nutzungsvereinbarungen mit den Vereinen beziehungsweise mit den Sektionen der Vereine abzuschließen. Wir haben aber besseren Handlungsspielraum, wenn wir in der Nutzungs- und Entgeltordnung festlegen, bei denen wir den Vereinen auch ein paar Verhaltensregeln auferlegen. Sollte dann jemand dagegen verstoßen, haben wir auch die Möglichkeit, nach gewissen Paragrafen zum Beispiel ein Hausverbot oder einer Nutzung zu widersprechen“, erklärte Anke Osterburg-Piele. In der Ordnung wird unter anderem festgelegt, wie die Reinigung der Halle erfolgen muss.

Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat, dass für die Benutzung der Halle die Vereine gemäß des jährlichen Belegungsplanes mit jeweils fünf Prozent an den anteiligen Betriebskosten der Vereinshalle beteiligt werden.

„Die Abrechnungen sollen bis zum 30. September eines jeden Jahres erfolgen. Wir wollen dann das Nutzungsjahr abrechnen, damit wir eine Planungsgröße haben“, schilderte die Mitarbeiterin. Der Nutzungsplan wird in jedem Jahr in den Vereinen und beim Treff zum Festlegen des Veranstaltungskalenders besprochen. Der vormittags in der Halle stattfindende Schulsport wird prozentual gegenüber dem Landkreis Börde abgerechnet.

Nachfragen aus anderen Vereinen

Anke Osterburg-Piele berichtete, dass es bereits Nachfragen von anderen Vereinen gab. Das seien – nach ihren Ausführungen – Vereine, die wegen Umbaumaßnahmen in ihren Hallen nach Ausweichmöglichkeiten für den Spielbetrieb oder auch für Turniere suchen. „Damit wir dann auch ein Entgelt umlegen können, möchten wir gern zur Diskussionen stellen, einen Tagessatz festzulegen. Das geschieht natürlich nur, wenn es unsere Hallenzeiten hergeben“, erklärte Anke Osterburg-Piele. Als Beispiel nannte sie den geplanten Um- und Ausbau der „Ohrelandhalle“ in Haldensleben, bei dem der eine oder andere Verein nach Möglichkeiten, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, suchen wird.

Heidemarie Schweickert, Vorsitzende des Sozialausschusses, wies darauf hin, dass es kaum freie Zeiten in der Halle gibt. „Wir wollen mit dem Tagessatz nur auf Nummer sicher gehen. Ob wir davon mal Gebrauch machen oder nicht, steht in den Sternen, aber wir haben es dann geregelt“, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin. Sie betonte, dass diese Regelung dann nur für Nutzer, welche nicht Bestandteil des Belegungsplans sind, gelten soll.

Die Ausschussmitglieder schlugen einstimmig dem Gemeinderat vor, über die Benutzungs- und Entgeltordnung abzustimmen. Für Vereine, welche nicht Bestandteil des Belegungsplans sind, nach dem Vorschlag ein Nutzungsentgelt von zehn Euro pro Stunde zu zahlen.