Walbeck l Nicht nur die Walbecker hängen an ihrer alten Badeanstalt. Davon konnten sich am Sonnabend einmal mehr die ehrenamtlichen Helfer und Betreuer überzeugen, die sich seit Jahren für den Erhalt des Naturbades engagieren. Anlässlich des 80. Geburtstags der Erbauung der Erholungsstätte am Ortsrand von Walbeck fand ein Fest statt, zu dem sich viele treue Fans einfanden. Auto- und Fahrrad-Parkplätze wurden echt knapp rings um die naturbelassene Anlage.

Eine Woche zuvor, bei Temperaturen um die 35 Grad, war das Freibad teilweise so voll, dass man auf den Grünflächen seine Decke nicht mehr ganz ausbreiten konnte, erzählt Hermann Mally, die Seele des ganzen Objektes. Obwohl selbst beinahe 80 Jahre alt, ist der ehemalige Bademeister fast täglich im Walbecker Bad anzutreffen. Ehrenamtlich sieht er nach dem Rechten, denn das Bad liegt ihm sehr am Herzen. Er lässt auch öfter mal die Spendenbüchse klappern und sammelt unter den Badegästen, damit die notwendigsten Arbeiten materiell abgesichert werden können. Nicht selten gibt es auch kleine Sachspenden wie Farbe für die alljährlich im Frühjahr abgehaltenen Arbeitseinsätze, um das Freibad fit für die anstehende Saison zu machen. Vor dem 80. Geburtstag hatten die Walbeck und Helfer von auswärts die Sanitäranlagen noch auf Vordermann gebracht. Frische Farbe und Reparaturen machen schon viel aus.

So konnte am Sonnabend unbeschwert gefeiert werden. Die Volleyballer traten zu den Dorfmeisterschaften an das Netz. Acht Mannschaften hatten sich angemeldet, natürlich mit dem Willen zu siegen, aber auch, um Spaß zu haben. Am Beckenrad achtete Maik Hackert auf Sicherheit. Er hatte auch eine ganze Reihe von Spielen mitgebracht wie die Dorfmeisterschaften im Wasserspringen. Fünf verschiedene Sprünge, vier vorgegeben, einer im Freestyle, wurden von einer Jury kritisch beäugt und bewertet. Fünf Punkte plus einem Zusatzpunkt für besondere Originalität konnte jedes Mitglied vergeben. Etwa 20 Starterinnen und Starter machten mit.

Bilder

Medaillen für die Sieger

Am Ende hieß der Sieger und Pokalgewinner Max Labude vor Felix Kütte und Philipp Lotsch. Alle erhielten Medaillen für ihren Einsatz, der lautstark vom Publikum begleitet wurde. Bei der anschließenden Staffel war es zunächst ein bisschen schwer, Vierermannschaften zusammenzubekommen, die dann auch ins 22 Grad warme Wasser eintauchten, um sich im Wettkampf miteinander zu messen. Zuvor waren auch schon die Jüngsten beim Neptunfest auf ihre Kosten gekommen. Der Gott des Meeres und seine Helfer tauften verschiedene Badbesucher mit maritimen Namen und einem ekligen Gebräu, das getrunken werden musste.

Heidi Markgraf hatte aus ihrem Fundus noch einige historische Badebekleidungen hervorgekramt, so dass ganz im Stil der Zeit, in der die Badeanstalt in den 1930er Jahren entstanden war, gebadet werden konnte. Mit ein paar körperbedingten Korrekturen ließen sich die züchtigen Einteiler auch heute noch gut tragen. Der Sangria pur oder versetzt mit leckeren Früchten floss in Strömen in die Gläser der Zuschauer, und auch bei Kaffee und Kuchen hatten die fleißigen Frauen am Buffet alle Hände voll zu tun. Die vielen Sorten waren zuvor in den heimischen Backöfen kreiert worden. Auch an all jene, die es lieber herzhafter mögen, war gedacht worden.