Süplingen l Noch arbeiten die künftigen Rothäute und Bleichgesichter in Süplingen Hand in Hand. Viel gibt es vorzubereiten für das Wochenende 18. und 19. August. Dann heißt es am Canyon „Karl May II – Mittendrin, nicht nur dabei“ – und Indianer und Cowboys haben dabei noch so manche Rechnung zu begleichen.

Mit „Winnetou und der Sohn des Bärenjägers“ ist die Doppelaufführung der Laienschauspieler betitel. „Frei nach Karl May“, betont Lutz Constabel. Der Süplinger ist die treibende Kraft hinter dem Vorhaben, das im vergangenen Jahr seinen Ursprung gefunden hat. Zu den Haldensleber Stadtliteraturtagen 2017 haben er, die Haldensleber Buchhändlerin Ursula Fricke und der Freundeskreis Salchau eine szenische Lesung von „Der Schatz im Silbersee“ an der beliebten Badestelle organisiert. Mehrere hundert Besucher haben dabei das Westernspektakel verfolgt.

Spektakel wird noch größer

„Die gute Resonanz hat uns zu einer Neuauflage ermutigt“, erzählt Constabel. Gut 50 Mitstreiter hätten sich zur ersten Beratung im April eingefunden und seien Feuer und Flamme gewesen, so Constabel weiter. Nicht nur der Freundeskreis Salchau sitzt wieder mit im Boot, auch der Süplinger Narrenbund ist personell mit von der Partie. „Laiendarsteller aus der ganzen Region sind dabei – selbst aus Berlin kommt ein Akteur, der unbedingt mitmachen möchte“, freut sich der Organisator.

Größer noch als im vergangenen Jahr soll das Spektakel werden, plant er. „Eine Westernstadt und ein Fort werden gebaut, selbst ein Hausboot wie bei Lederstrumpf haben wir dieses Mal dabei“, gerät Lutz Constabel ins Schwärmen. Der Requisitenbau läuft seit dieser Woche auf Hochtouren. „Wir wollten nicht zu früh anfangen, weil wir nicht ausschließen können, dass sie mutwillig zerstört werden. Deshalb wäre es schön, wenn auch die Besucher des Canyons ein wachsames Auge auf die Aufbauten werfen würden“, bittet der Organisator.

Zudem werden Greifvögel und auch wieder Pferde zu erleben sein. „Für die Pferde müssen wir den Untergrund vernünftig vorbereiten, das war im vergangenen Jahr hart an der Grenze“, blickt er zurück. Regengüsse hatten den Boden am Canyon aufgeweicht und so den Pferden den sicheren Stand erschwert.

Bühnen für Zuschauer gebaut

Darüber hinaus haben die Helfer bereits das Umfeld am Canyon freigelegt und Bühnen für die Zuschauer gebaut. Im vergangenen Jahr hatten die Plätze bei weitem nicht ausgereicht, so dass sich die Besucher fast schon unter die Akteure gemischt hatten. „Wir passen die Sitzgelegenheiten aber den natürlichen Gegebenheiten an“, versichert Constabel und betont dabei auch die gute Zusammenarbeit mit Süplingen und der Stadt Haldensleben.

Neben dem Stück „Winnetou und der Sohn des Bärenjägers“, das sowohl am Sonnabend, 18. August, als auch am Sonntag, 19. August, jeweils um 16.30 Uhr aufgeführt wird, hat Canyon City aber noch viel mehr zu bieten. Der Sonnabend steht ab 10 Uhr unter dem Motto „Indsmen Life“. Dabei soll kleinen und großen Besuchern das Indianerleben nähergebracht werden. Dazu werden etwa 25 Tipis aufgebaut, Jäger und Mitarbeiter vom Haus des Waldes lassen den Indianer-Nachwuchs die Natur erleben. Reiten, Bogenschießen, Tomahawk-Werfen und Kanufahren runden das Abenteuer ab. Etwas gediegener geht es bei Kutschfahrten und Goldschürfen zu, Bücher über den Wilden Westen und handgemachter Schmuck gehen für eine Handvoll Dollar über die Theke.

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem indianischen Siebenkampf. Hierbei können Kinder, Frauen und Männer ihre Kräfte messen. Den erfolgreichsten winkt am Ende der Titel des „Canyon Man“. „Wer mitmachen möchte, muss nur rechtzeitig vor Ort sein“, so der Hinweis von Lutz Constabel. Und am Nachmittag um 15 Uhr wird Wolfgang Kring mit seiner Apache-Live-Stunt-Show für Staunen sorgen.

Schuttleservice zum Canyon

Da die Ortsdurchfahrt Süplingen derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist, sei die Anfahrt nur über Bülstringen möglich, so der Hinweis aus der Haldensleber Stadtverwaltung. Von dem ausgewiesenen Parkplatz in Süplingen pendelt dann ein Shuttleservice zum Canyon.

Karten für 5 (Tagesticket) beziehungsweise 8 Euro (Wochenende) gibt es im Vorverkauf im Bücherkabinett Fricke, bei Goldschmied Dorendorf und im Hollywood-Video-Center am Bahnhof in Haldensleben.