Haldensleben l Für die Müllentsorgung müssen die Einwohner im Landkreis Börde ab April 2019 tiefer in die Tasche greifen. Die Abfallentsorgungsgebühren sind mit dem Inkrafttreten der neuen Gebührenkalkulation für den Zeitraum von 2019 bis 2021 gestiegen – um rund sechs Prozent.

Als Grund für die Erhöhung nennt Holger Mühlisch, Vorstand der Kommunalservice Landkreis Börde (KSB), einen Anstieg der Kosten für die Müllentsorgung. „Insgesamt haben wir im Landkreis Börde weniger Einwohner, die aber mehr Abfälle produzieren. Das schlägt sich bei den Aufwendungen beim Einsammeln und Verwerten der Abfälle nieder“, so Holger Mühlisch. Ein Beispiel sei, dass der KSB unter anderem mehr Grünabfälle angeliefert werden. Und beim Biomüll, der an Kompostierungsanlagen geliefert wird, hätten die Anlagenbetreiber neue Auflagen erhalten, die sich auch in höheren Kosten für den Landkreis widerspiegeln würden.

Auch steigende Personalkosten

Im Vergleich zur zurückliegenden Kalkulationsperiode für die Müllentsorgung von 2016 bis 2018 seien die Kosten für die Entsorgungsleistungen und die Abfallbehandlung um rund 850.000 Euro pro Jahr angestiegen. Hinzu kämen auch steigende Personalkosten durch Tariferhöhungen von rund 370.000 Euro.

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Die Umwandlung des ehemaligen Eigenbetriebes mit zwei Abfallentsorgungsgesellschaften zur KSB als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) im Jahr 2017 hat mit rund 300.000 Euro zu Buche geschlagen, sagt Holger Mühlisch. Dennoch sei es der richtige Weg gewesen. „Ohne die Zusammenlegung der damaligen zwei GmbH zur AöR wäre die Kostensteigerung jetzt noch höher ausgefallen“, so Mühlisch.

Rund 10,5 Millionen Euro kostet die Müllentsorgung im Landkreis Börde pro Jahr. Für die Müllentsorgung muss nun eine Grundgebühr für Wohngrundstücke von 33,60 Euro gezahlt werden. Das sind 2,16 Euro mehr als in der vorangegangenen Kalkulationsperiode. Gestiegen sind auch die Benutzungsmengengebühren. Die neue Gebühr bei einer 120-Liter-Restabfall-Tonne liegt nun bei 3,54 Euro statt zuvor 3,34 Euro.

Neue Preise auch bei Kleinannahmestellen

Auch bei der Bio-Tonne gibt es eine Erhöhung der Gebühren. Eine Grundgebühr gibt es zwar weiterhin nicht, aber bei der Benutzungsmengengebühr für beispielweise eine 120-Liter-Biomüll-Tonne müssen mit 2,88 Euro jetzt 22 Cent mehr bezahlt werden als zuvor. Der Anschlussgrad an die Bioabfall- entsorgung im Landkreis liegt aktuell bei rund 46 Prozent.

Änderungen gibt es auch bei den Kleinannahmestellen. Hier müssen diejenigen, die etwas zu den Deponien fahren, teilweise auch mehr bezahlen. Wer beispielsweise mit einem mittleren Anhänger voll mit Rasen oder Laub vorfährt, muss jetzt 9,50 Euro statt bisher 7,50 Euro dafür bezahlen. Bei Mischabfällen sind es bei einem mittelgroßen Anhänger voll neuerdings 21,50 Euro statt bisher 18 Euro.

Auch mit den höheren Müllgebühren liege der Landkreis Börde weiterhin im Sachsen-Anhalt-Vergleich deutlich unter dem Landesdurchschnitt, sagt KSB-Vorstand Holger Mühlisch. Der Gebührenbedarf je Einwohner in Sachsen-Anhalt liege bei 68,51 Euro, im Landkreis Börde seien es mit den aktuellen Gebühren 53,81 Euro.