Wedringen l Das Dorfgemeinschaftshaus in Wedringen wird seit 14 Jahren mehr und mehr zum Schmuckstück. Dafür sorgt der Förderverein, der sich 2004 gegründet hat, um das über 200 Jahre alte Gebäude vor dem Abriss zu retten und zu sanieren. Seitdem sei viel passiert, wie Hans-Henning Wiese als Fördervereinsvorsitzender zurückblickt. Das Haus an der Magdeburger Straße in Wedringen war eine Ruine, als es der Verein von der Stadt übernahm.

Die Mitglieder mussten also alles machen – von der Erneuerung der Sanitär- und der Heizungsanlagen bis hin zu Dacharbeiten, von der Komplettsanierung des Saales über den Abriss von einzelnen Gebäuden im Garten des Hauses bis zur Erneuerung von Giebeln und der Fassade. Die Mitglieder des Fördervereins haben unzählige Arbeitsstunden geleistet und es geschafft, dass das Dorfgemeinschaftshaus heute die Wedringer Außenstelle der Stadt- und Kreisbibliothek beherbergt, dort regelmäßige Veranstaltungen wie der Adventsflohmarkt oder Dorffeste organisiert werden können und vor allem auch, dass die Wedringer wieder einen Ort haben, in dem sie größere private Feiern veranstalten können.

Arbeit nimmt kein Ende

„Es steckt jede Menge Herzblut und Arbeit in dem Haus“, sagt Hans-Henning Wiese. Die bisher geleisteten Arbeitsstunden von engagierten Wedringern würden vom Geldwert her weit über 100.000 Euro liegen. Aber die Arbeit hat noch lange kein Ende. So ist die Fassade des Dorfgemeinschaftshauses beispielsweise noch nicht fertig. Wo zuerst die Wetterseite, also der Giebel zur Dorfstraße hin, und die Rückseite saniert wurden, sieht die Frontansicht des Hauses an der Magdeburger Straße noch immer unansehnlich aus. Die Fertigstellung der Außenfassade nehmen die Wedringer noch in diesem Jahr in Angriff. Nur brauchen sie dafür Geld. Der Verein hat deshalb eine Förderung von 10.000 Euro bei der Stadt beantragt. Der Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschuss des Stadtrates hatte den Antrag bei seiner jüngsten Sitzung zur Beratung auf dem Tisch.

Ausschussmitglied Peter Koch (SPD) befürwortete die finanzielle Zuwendung für den Verein. „Die Wedringer sind mit sehr viel Elan an die Sanierung ihres Dorfgemeinschaftshauses gegangen“, sagte er. „Das hat sich jetzt alles ein bisschen geschleppt. Aber Fortschritte komplett durch Eigenleistung sind eben nicht so einfach zu machen“, erklärte Koch. Gemeinsam mit Ratsmitglied Eberhard Resch (CDU) war sich Koch einig, dass die Fassade des Wedringer Dorfgemeinschaftshauses ein Ärgernis ist, das es zu beseitigen gilt, um dem Projekt einen würdigen Abschluss zu geben.

Summe nicht zu stemmen

Hermann Ortlepp (Bürgerfraktion) sah das etwas anders. Er erinnerte an ein Versprechen, das der Förderverein abgegeben hatte, als er das Haus von der Stadt übereignet bekam und dazu auch die Abrisskosten erhielt. Damals hieß es, so bestätigte auch Hans-Henning Wiese auf Volksstimme-Nachfrage, dass der Verein fortan die Sanierung ohne Förderung der Stadt stemmen wolle. Bereits 2007 habe er allerdings eine Förderung beantragt und damit Diskussionen ausgelöst. Ob das nun immer so weitergehe, wollte Ortlepp wissen. Michael Reiser (Die Fraktion) sprach sich dafür aus , dass der Verein anhand eines Konzeptes die noch notwendigen Arbeiten am Dorfgemeinschaftshaus aufzeige. „In Haldensleben hat bisher noch niemand so ein Projekt umgesetzt“, antwortete Hans-Henning Wiese der Volksstimme auf die vorangegangene Diskussion. Es gebe viele Sponsoren, die den Förderverein stets unterstützen würden. Eine größere Summe, wie die für die Fertigstellung der Außenfassade, sei jedoch nicht so einfach zu stemmen.

An seinen Förderantrag hat der Verein auch einen Kostenvoranschlag gehängt. So würden rund 22.000 Euro für die komplette Fassade benötigt werden. Bereits im vergangenen Jahr habe der Verein bei der Stadt einen Zuschuss von 10.000 Euro für den linken Fachwerkbau beantragt und auch erhalten, heißt es in dem Papier. Weitere 10.000 Euro würden aber noch nötig sein, um die komplette Frontansicht der Fassade sanieren zu können.

Der Ausschuss gab schließlich schließlich, trotz der anfänglichen Vorbehalte einiger Mitglieder, einstimmig seine Empfehlung ab, das benötigte Geld zunächst einmal in den nächsten Haushalt der Stadt einzuplanen. Diesen muss dann der Stadtrat beschließen.