Klüden l „Es geht heute um die Übertragung der Verantwortlichkeit für die geplante Breitbandversorgung von der Gemeinde Calvörde an die Verbandsgemeinde Flechtingen. Den Beschluss hatten wir zurückgestellt, um Genaueres über das finanzielle Risiko für die Verbandsgemeinde zu hören. Schließlich wurde das Gesamtvolumen auf etwa 32 Millionen Euro beziffert“, sagte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Calvörder Gremiums, das in Klüden tagte.

Dabei sind – nach seinen Ausführungen – 15 Millionen Euro Fördermittel vom Bund zu erwarten und rund 5 Millionen beim Land beantragt, aber noch nicht gesichert. „Es verbleiben also mindestens 10 Millionen Euro über Kapitaldienst über etwa 30 Jahre“, so Schliephake und bat Holger Haupt, Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Breitband beim Landkreis Börde, die Bedenken des Gemeinderates auszuräumen.

Gesamtkosten von 32 Millionen Euro

„Wir sind nach gut eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit nun bei der aktiven Umsetzung. In Rätzlingen gab es bereits den ersten Spatenstich, weil dort parallel eine Mitverlegung des Stromnetzes möglich war. Wir werden aber auch künftig dort, wo es sich anbietet, solche Tiefbaumaßnahmen für eine Mitverlegung wahrnehmen“, erklärte Haupt.

Anhand des Zahlenapparates im Businessplan erklärte er die Kalkulationen und die Wirtschaftlichkeit. Dabei spielte er verschiedene Varianten durch, zum Beispiel mit unterschiedlichen Laufzeiten oder Zinsbindungen des Kredites.

„Wir versuchen immer, das Risiko für die Gemeinde auf Null zu halten oder auf ein Minimum zu reduzieren. Anfangs werden Vorverträge geschlossen. Erst wenn zum Beispiel in Klüden die Wirtschaftlichkeit über Vorverträge mit den Kunden gegeben ist, dann erteilt die Gemeinde die Freigabe für den Projektsteuerer. Wenn die Planung geprüft ist, wird es eine Freigabe für diesen Bauabschnitt geben. Es wird also nicht gebaut und gehofft, dass alles gut geht, sondern es wird gebaut, wenn die Pachtverträge und die Einnahmen gesichert sind“, betonte der Projektleiter der ARGE.

Kredite benötigt

Thomas Lange (FUWG), Mitglied des Calvördes Gemeinderates, appellierte: „Die Jugend braucht das schnelle Internet. Wir müssen nach vorn sehen. Wir brauchen dieses Glasfasernetz, um die ganzen jungen Leute in der Region zu halten.“ Schliephake betonte: „Die Qualität ist unstrittig. Es geht uns heute um die Risikosituation für die Gemeinde.“

Der Bürgermeister bedankte sich bei Haupt für seine Ausführungen und sagte: „Das, was wir gehört haben, ist überzeugend.“ Flechtingens Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos) informierte, dass bereits ein Zeitplan in Absprache mit den Bürgermeistern erstellt wird und der Auftakt der Planungen bereits in Bülstringen erfolgt.

„Dort liegt bereits ein Glasfaser-Kabel, das Baro mit dem Giganetz verbindet. Die Gemeinde möchte das Glasfaser-Netz für den ganzen Ort ergänzen. Die Gemeinde Altenhausen wird bei der Planung aufgrund des Ausbaus der Landesstraße in Ivenrode auch vorgezogen. Da könnte das Glasfaserkabel gleich mitreingelegt werden“, informierte Weiß.

Projektleiter stellt Pläne vor

Die planerische Phase soll etwa zwei Monate dauern. In dieser Zeit finden mehrere Informationsveranstaltungen in den Gemeinden statt. „Wir wollen mit der Vorvermarktung im Juni 2018 mit allen acht Gemeinden, die Mitglieder der ARGE sind, durch sein. Daran schließt sich sofort die Bauphase an “, blickte Haupt voraus.

Weiß schlug vor, eine zusätzliche Info-Veranstaltung für alle Geschäftsleute und eine gesonderte für Vereine in Calvörde durchzuführen. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 6. Dezember wollen die Mitglieder des Calvörder Rates den Beschluss zur Übertragung des Glasfaserausbaus fassen.