Flechtingen l Architekt Volker Seidl stellte bei der jüngsten Sitzung des Rates der Verbandsgemeinde (VG) den Entwurf für den Ersatzneubau der Grundschule Süd in Erxleben vor. Der Planer erklärte, dass auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt wurde, inwieweit der Standort der Grundschule „Beverspring“ in Bregenstedt realisierbar wäre. „Wir haben beide Varianten, also die Sanierung und Erweiterung der Schule in Bregenstedt sowie den Neubau in Erxleben, untersucht. Die Sanierung der Schule in Bregenstedt kostet rund 4,349 Millionen Euro und der Ersatzneubau in Erxleben 3,495 Millionen Euro“, schilderte Seidl. Auch beim Vergleich der energetischen Werte sei der Neubau von Vorteil und die förderfähigere Variante, da das STARK-III-Programm auf eine Förderung der energetischen Sanierung und der CO 2-Einsparung ausgerichtet ist.

Sekundarschule unmittelbar nebenan

Auf den Plänen zeigte der Architekt das 5100 Quadratmeter große Grundstück in Erxleben. Dort befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft die Sekundarschule und die Sporthalle. Ein Heizhaus müsste im Vorfeld der Baumaßnahme abgerissen werden. „Weil sich auf dem Schornstein ein Storchennest befindet, müssen wir hier Ersatz schaffen. Außerdem werden Nistkästen für Mauersegler auf dem Gebäude befestigt“, erklärte der Planer.

Die Schule erhält einen Baukörper, der aus dem Erd- und einem Obergeschoss besteht. Gerechnet wurde mit acht Klassenräumen. Insgesamt ist die Fläche 1942 Quadratmeter groß. „Das ist eigentlich eine gute Größenordnung, um diese magische Zahl von drei Millionen Euro Netto förderfähige Kosten zu erreichen und nicht zu überschreiten“, sagte Seidl.

An Hortbetreuung arbeiten

Detlef Albrecht (FUWG), Mitglied im VG-Rat, wollte wissen, wie es mit der Hortbetreuung werden soll. „Die Pro-blematik ist bekannt. Wir arbeiten zurzeit noch an einer Lösung, die sich jedoch noch in der Klärungsphase befindet“, sagte Weiß. Albrecht wollte auch wissen, warum die Kosten für die Sanierung der Schule in Bregenstedt so viel höher sein sollen. Seidl erklärte, dass die Heizung, alle Leitungen und sogar der Fußboden herausgenommen werden müssen, um den Forderungen der Energieeinsparverordnung 2016 zu entsprechen. „Auch das gesamte Dach müsste abgerissen werden und ist als Sondermüll zu entsorgen. Diese Kosten spiegeln sich in der Sanierungsvariante wieder. In Flechtingen hatten wir den Vorteil, dass alles in die alte Schule gepasst hat. In Bregenstedt müssten wir noch umfangreich anbauen, um den Raumbedarf mit Aula zu realisieren“, schilderte der Planer. Außerdem gäbe es dann das Problem, dass die Kinder während der Sanierung in einer Übergangslösung beschult werden müssten. Auch ein zeitweiser Containerbau würde extra kosten.

In der Einwohnerfragestunde wollte Doreen Helmecke, die als Mutter zu den Gästen der Sitzung gehörte, wissen, ob die Kapazitäten der Sporthalle für beide Schulen – also Sekundarschule und Grundschule – reichen. Weiß bejahte dies und erklärte, dass es bereits Gespräche mit dem Landkreis Börde gab. „ Es soll eine Sanierung der Sporthalle stattfinden, damit sie dem heutigen Standard entspricht“, sagte Mathias Weiß (parteilos), Bürgermeister der VG. Doreen Helmecke fragte nach, ob es nicht sinnvoller sei, die Mensa, die sich laut der Pläne im Obergeschoss befindet, in die untere Etage zu verlegen. „Es müssen etwa 120 Essen nach oben transportiert werden. Und es gibt dann 120 Schüler, die akustisch den Lehrern auf den Köpfen trampeln“, gab sie zu bedenken. Da der Planer zur Einwohnerfragestunde den Sitzungsraum schon verlassen hatte, sagte Sven Fahrenfeld dazu: „Bei der Vorstellung in der Ausschuss-Sitzung hat Herr Seidl erklärt, dass die Essen per Rollwagen und Fahrstuhl nach oben kommen. Das mit der Lärmbelästigung kann ich nicht einschätzen“, gestand Fahrenfeld. „Die Trittschalldämmung entspricht den gesetzlichen Forderungen“, ergänzte Weiß.

Schüler aus Beendorf und Bregenstedt

Eine Frage zur Kapazität der Schule hatte Steffen Wolter aus Emden. „Werden nur die Kinder, die jetzt in Bregenstedt die Schule besuchen oder werden auch die Schüler aus Beendorf dort lernen?“, fragte er. „Die Kinder aus der Bregenstedter und aus der Beendorfer Schule sollen das neue Schulhaus besuchen. Die Schule wird zweizügig für 200 Kinder gebaut. Im Moment gehen in Bregenstedt 124 und in Beendorf 74 Kinder zu Schule“, antwortete Mathias Weiß.

Die Anfrage zur Umsetzung des Ersatzneubaus wurde dahingehend beantwortet, dass erst einmal die Fördermittel beantragt werden. „Erst wenn wir eine Zuwendung erhalten, kommt die Bauausführung - also wir sprechen über einen Zeitraum von voraussichtlich drei Jahren“, so Weiß. Außerdem machte sich der Vater Gedanken über die bauliche Anordnung, denn die Kinder müssten vom Bus, vorbei an den älteren Sekundarschülern noch ein ganzes Stück bis zum Schulhaus laufen. „Ob das funktioniert? Ob man da noch eine andere Lösung findet?“, fragte Wolter. „Ich glaube, dass unsere Kinder manchmal etwas unterschätzt werden. Man kann ihnen kleine Wege zutrauen und muss sie nicht bis zur Tür fahren. Es ist keine öffentliche Straße, die da überquert wird, sondern im Gebäudekomplex ein Weg“, meinte Fahrenfeld und betonte, dass er selbst Vater von zwei Kindern ist.

Rettungswege sind vorhanden

Marcel Knabe, Vater eines Kindes, fragte: „Wenn ich höre, dass dort nicht mal zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen, wie sieht es mit dem Rettungsplan für die Schule aus?“ Frank Alvermann (FUWG), Mitglied im Rat der VG und Feuerwehrmann, wusste die Antwort: „Rettungswege sind nach DIN freizuhalten. Das heißt, sie haben eine Mindestbreite von 3,50 Meter. Diese Breite ist auch vorhanden.“ Anwesende Eltern kritisierten auch die geplante Schulhofgröße von 800 Quadratmetern. „Das ist heute alles gesetzlich vorgeschrieben und definiert, insbesondere bei dem Antrag auf Fördermittel STARK III werden die gesetzlichen Forderungen akribisch eingehalten“, erklärte Fahrenfeld.

Mehrheitlich mit elf Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen bestätigten die Mitglieder des Verbandsgemeinderates den Entwurf der Grundrissgestaltung des Ersatzneubaus der Grundschule in Erxleben für die Antragstellung. „Die Unterlagen für den Stark-III-Antrag werden am Freitag eingereicht. Die Unterschriften unter dem Antrag sind gesetzt. Jetzt können wir Daumen drücken und beten, damit das Vorhaben mit Fördermitteln honoriert wird“, sagte Weiß.