Bauen

Gute Aussichten auf Kirchensanierung in Döhren

Die St.-Marien-Kirche in Döhren ist in schlechtem baulichen Zustand. Doch jetzt kann die Kirchengemeinde Hoffnung schöpfen, dass sie in den nächsten Jahren saniert wird.

Von Anett Roisch
Die Zimmerleute Harald Schröder (l.) und Uwe Wilke haben in der Döhrener Kirche den Aufgang zur Empore gesichert.
Die Zimmerleute Harald Schröder (l.) und Uwe Wilke haben in der Döhrener Kirche den Aufgang zur Empore gesichert. Foto: Anett Roisch

Döhren - Harald Schröder und Uwe Wilke haben den Aufgang zur Empore in der Döhrener Kirche wieder begehbar gemacht. Länger als ein Jahrzehnt war dieser Aufgang gesperrt. In der Ecke sorgten Baustützen dafür, dass die Holzkonstruktion nicht abstürzt. Die Zimmerleute haben die Eisenstützen durch Holz ersetzt und auch die kleine Treppe ausgebessert. Jetzt ist es zumindest möglich, die Empore zu betreten. Nötig wird das in den nächsten Monaten für die Mitarbeiter eines Architekturbüros, die zunächst den baulichen Zustand des historischen Gebäudes erfassen werden. Der Vertrag zwischen dem Kirchengemeindeverband und dem Büro wird vorbereitet.

Volker Reinhardt hat die Baustützen wieder mit nach Hause genommen. Als langjähriges Mitglied des Gemeindekirchenrats hatte er die Stützen zur Verfügung gestellt, als die Ecke der Empore abzusacken begann. Seitdem hofft nicht nur er darauf, dass die S.-Marien-Kirche saniert werden kann.

Mit den Sicherungsarbeiten ist dafür der Anfang gemacht, freut er sich. Der Gemeindekirchenrat hatte den Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt um finanzielle Unterstützung nicht nur für die Sicherung des Zugangs gebeten, sondern auch für die Bestandsaufnahme und Schadenskartierung sowie für ein Sanierungs- und Nutzungskonzept für die Kirche. Der Kirchenkreis hatte für beides Unterstützung zugesagt.

Gemeinsamer Gemeindekirchenrat

Seit zwei Jahren bilden Döhren, Weferlingen und Walbeck einen Kirchengemeindeverband mit einem gemeinsamen Gemeindekirchenrat. Im vergangenen Jahr hat die ordinierte Gemeindepädagogin Karen Simon-Malue aus Haldensleben den Pfarrbereich Weferlingen übernommen. Auch sie ist froh, dass jetzt die Chance für eine Sanierung der Kirche in Döhren besteht, denn sie ist die einzige Kirche im Pfarrbereich, die sich in einem derart schlechtem baulichen Zustand befindet.

Die Pfarrerin erinnert sich gern daran, als sie zum ersten Mal nach Döhren kam. Das war beim Kirchturmfest 2017. Zu diesem Fest wurde auch ein buntes Zirkuszelt aufgebaut. Der Gemeindepädagoge Karl-Michael Schmidt und Karen Simon-Malue hatten mit Kindern in Haldensleben ein tolles Zirkusprogramm auf die Beine gestellt und auch in Döhren aufgeführt. Karen Simon-Malue erinnert sich noch gut an die Gastfreundschaft und tolle Atmosphäre in Döhren. Sie findet es bemerkenswert, dass die Kirche in dem einstigen Grenzdorf mit schwerer Geschichte den Menschen nicht unwichtig geworden ist. Deshalb setzt sie auch große Hoffnung auf die Sanierung und Umgestaltung der Kirche zu einer Kultur- und Familienkirche.

Gotteshaus soll Kultur- und Familienkirche werden

Sie sieht die Kirche als einen Ort der Begegnung. Die Kirche sei kein Museum, sondern ein Haus, das auch Menschen offen stehe, die nicht zur Kirchengemeinde gehören. Hier könne man sich treffen, Musik hören und auch feiern. Und dass in Döhren gern und gut gefeiert wird, hat sie schon erlebt. Die Kirche könne sowohl der Begegnung als auch der Stille dienen.

Mit dem Kirchturmfest 2017, das der Heimatverein gemeinsam mit der Kirchengemeinde organisiert hatte und wofür die Freiwillige Feuerwehr ihr Zelt aufgebaut hatte, begann auch eine Spendensammlung für die Sanierung der Kirche. Als 1987 das Kirchendach erneuert wurde, reichte das Geld für den Turm nicht mehr. Deshalb wurde der Turm abgetragen. Zehn Jahre später wurde der Turm wieder aufgebaut. Die Glocke von 1508 kann wieder geläutet werden. Ein gutes Zeichen für die Kirche. Daran wurde 2017 mit dem Kirchturmfest erinnert.

Übrigens gab es nach der Wende auch schon eine Spendenaktion für die neue Kirchentür. Konzerte wurden veranstaltet. Damals war die Orgel noch einigermaßen spielbar. Ob sie je wieder erklingen wird, ist noch ungewiss. Die Sanierung und Umgestaltung der Kirche wird viele Jahre dauern und sehr viel Geld kosten, darüber ist sich der Gemeindekirchenrat klar. Dafür wird er immer wieder um Spenden bitten.

Harald Schröder und Uwe Wilke würden gern wieder zum Arbeiten nach Döhren kommen. Die Zimmerleute der Schönebecker Firma Holzbau Schmidt haben in den vergangenen Jahren auch in den Kirchen in Groppendorf, Gersdorf und Barleben gearbeitet.