Hochwasser

Haldensleberin startet Spendensammlung für Flutopfer in Andernach

Die Haldensleberin Kathrin Bruch sammelt für Hochwasseropfer im rheinland-pfälzischen Andernach. In ihrem Modegeschäft in der Hagenstraße hat sie eine Box dafür aufgestellt.

Von Theresa Schiffl 22.07.2021, 18:26
Kathrin Bruch hat eine Spendenaktion für Flutopfer in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen.
Kathrin Bruch hat eine Spendenaktion für Flutopfer in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Foto: Theresa Schiffl

Haldensleben - 170 Menschen sind bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ums Leben gekommen. Weitere 170 Personen werden laut der Deutschen Presseagentur immer noch vermisst. Schwer getroffen von den Wassermassen wurde auch das Bundesland Rehinland-Pfalz. Kathrin Bruch, der die Boutique „Zum Turmhaus“ in Haldensleben gehört will den Menschen vor Ort nun helfen.

In der vergangenen Woche sei sie in der Gegend um Andernach gewesen, da ihr Mann aus der Gegend kommt und seine ganze Familie dort lebe, erzählt die Haldensleberin. Wenn sie von Bildern vor Ort, den zerstörten Regionen, den Häusern voller Schlamm und dem vielen Wasser berichtet, merkt man wie nah ihr das Schicksal der Flutopfer geht.

„Wir mussten ins Krankenhaus. Die vielen Menschen dort, die provisorischen Unterkünfte - es war alles sehr bedrückend“, erzählt Kathrin Bruch.

Da viele Straßen komplett gesperrt waren, mussten sie und ihr Mann Umwege fahren. „Da wird einem das Ausmaß der Katastrophe erst einmal richtig bewusst“, sagt sie. Froh sei sie gewesen, als sie wieder Zuhause ankam. Dennoch sei sie mit ihren Gedanken bei den Flutopfern gewesen, da ihr die Region sehr vertraut sei. „Im Geiste und im Herzen bin ich bei den Flutopfern“, so Bruch.

Konkrete Hilfe vor Ort

Sie habe sofort gewusst, dass sie helfen muss. „Ich kenne dort vielleicht 100 Leute, aber Tausende brauchen unsere Hilfe. Wenn die Leute aus dem Krankenhaus oder aus Seniorenheimen kommen, haben sie oftmals nichts mehr“, sagt Bruch. Ihr sei es wichtig gewesen, direkt an eine Einrichtung zu spenden: Zu Gute kommen soll das Geld nun dem St. Nikolaus-Stiftshospital mit einem Krankenhaus und Seniorenheim. Beide Einrichtungen hätten vielen Menschen ein Dach über dem Kopf gegeben und sie mit Lebensmittel, Kleidung und Ähnlichem versorgt.

Thomas Schwade, Vorstandsmitglied des Verwaltungsrates des St. Nikolaus-Stiftshospitals in Andernach meint am Telefon: „Ich bin begeistert von der Spontaneität und der Unterstützung. Die Spenden kommen an der richtigen Stelle an.“

Kathrin Bruch ist es wichtig, dass jeder zu ihr kommen kann, um etwas in die Spendenbox zu geben. „Es kann jeder kommen, auch wenn er nichts kaufen will. Es ist mir einfach eine Herzensangelegenheit“, erklärt sie. Täglich von 9.30 bis 13 Uhr könnten bei ihr die Spenden abgegeben werden oder nach telefonischer Absprache. „Ich werde die Spenden vor Ort und ohne Umwege für die Menschen, die alles verloren haben, übergeben“, sagt sie abschließend.