Kathendorf l „Der rechte Pfosten der Friedhofstür wackelt wie ein Kuhschwanz. Und auch der linke Türpfosten fällt bestimmt bald um“, sagte Kathendorfs Ortsbürgermeisterin Sabine Wieter bei der Sitzung des Ortschaftsrates am Donnerstagabend. Der Hinweis auf die defekte Eingangstür kam von einer Bewohnerin von Kathendorf.

Der angesprochene Mangel passte zum Tagesordnungspunkt Prioritätenliste für 2022. Dort ist der Friedhofszaun schon seit vielen Jahren aufgelistet. Aber bis 2022 könne – nach Ansicht der Ortschefin – die Tür ja nicht in dem miserablen Zustand bleiben. „Die anderen Arbeiten mit den Bordsteinen am Weg sollen – laut Versprechen der Stadt – bis zum 31. März 2021 erfolgen. Es heißt, dass die Verwaltung wegen der Corona-Pandemie – kein Material kaufen kann“, sagte Sabine Wieter. Mit dieser Aussage gaben sich die Ortschaftsräte nicht zufrieden. Auch der Blick auf die Prioritätenliste 2022 sorgte für Unverständnis, denn der Zaun stand immer noch nicht auf der höchsten Stufe der Dringlichkeit.

Der Finanzausschuss hatte zuvor festgelegt, dass keine neuen Maßnahmen hinzugefügt werden sollen, sondern die Ortschaftsräte sollen sagen, ob die Vorhaben noch aktuell sind.

Höchste Priorität

Maik Engel stellte fest, dass der Zaun an der Tränke, die als Feuerlöschteich dient, noch vor dem Friedhofszaun aufgelistet ist. „Die Erneuerung des Friedhofszaunes ist eine Pflichtaufgabe und hat die höhere Priorität. Das muss getauscht werden“, erklärte Widdecke. Er erinnerte sich daran, dass der Zaun für den Friedhof schon in der vergangenen Wahlperiode gefordert und von Jahr zu Jahr verschoben wurde.

2015 hatte die Stadt angeboten, einen Maschendrahtzaun als Begrenzung aufzustellen. Der jetzige Jägerzaun ist bereits über 25 Jahre alt. Der Zahn der Zeit hat der Begrenzung mächtig zugesetzt. Es sollte ursprünglich wieder ein Holzzaun werden – zumindest im Sichtbereich der Öffentlichkeit. Ein Maschendrahtzaun würde – da sind sich die Ortschaftsräte einig – überhaupt nicht ins Dorfbild passen. Als Alternative würden sich die Kathendorfer mit einem etwa einen Meter hohen Stabmattenzaun zufrieden geben. Diese Entscheidung ist auch schon wieder einige Jahre her. „Wir haben noch nicht eine Baumaßnahme, die wir laut Liste haben wollten, bekommen“, ergänzte Engel. Sabine Wieter erklärte: „Wir fordern daher, dass der Friedhofszaun auf die Prioritätenliste eins kommt. Der Zaun an der Tränke bleibt nachfolgend auch.“ Ebenso gehört weiter der Unterstand auf dem Sportplatz zu den Vorhaben. Oliver Widdecke sagte mit dem Blick auf die Maßnahmen: „Die Fußballtore können wir von der Liste streichen, die hat die Stadt inzwischen reparieren lassen.“

„Kann der Naßsauger für das Dorfgemeinschaftshaus nicht außerhalb der Liste gekauft werden?“, fragte Widdecke. Das Problem sei, dass die rutschfesten Fließen des Fußbodens des Gebäudes, das auch als Feuerwehrgerätehaus genutzt wird, nicht mit einem Wischlappen sauber zu bekommen sind. „Es müsste kein teures Markengerät sein, aber die Anschaffung kann doch nicht Jahre dauern“, ergänzte Katja Körtge. „Wenn das Dorfgemeinschaftshaus vermietet werden soll, muss es doch auch ordentlich sauber gemacht werden. Bisher haben wir immer auf Privatinitiative und mit Hilfe unserer Frauen geputzt. Das ist doch kein Dauerzustand“, waren sich die Ortschaftsräte, die zum größten Teil auch in der Feuerwehr aktiv sind, einig.