Seggerde l „Naturschutz und Jagd sind eng miteinander verbunden, denn ohne eine intakte artenreiche Natur ist die Jagd nicht möglich“, sagt Frank Damas, Naturschutzbeauftragter des Hegerings Belsdorf. Für ihn und seine Jagdkollegen ist es Ehrensache, einmal im Jahr achtlos fortgeworfenen Müll aus Feld, Wald und Flur in einer Großaufräumaktion aufzusammeln und fortzuschaffen.

Doch von Jahr zu Jahr werde das schwieriger, wie die beteiligten Jäger aus mehreren Revieren auf dem Gutshof in Seggerde berichteten. Das Aufkommen werde immer größer, die Hemmschwelle, etwas im Wald zu entsorgen, immer niedriger.

Mehrere Container befüllt

Mit ihren Fahrzeugen und Hängern voller Unrat aus dem Wald füllten Mitglieder des Hegeringes aus Belsdorf, Weferlingen, Walbeck, Siestedt-Ribbensdorf, Hödingen und Seggerde mehrere Container, die Rudolf von Davier organisiert hatte und auf seinem Gutshof in Seggerde hatte abstellen lassen. Die Container füllten sich rasant.

Die Behnsdorfer bestellen sich mittlerweile sogar stets einen eigenen Container mit einem Fassungsvermögen von sieben Kubikmeter, den sie locker allein füllen können. Weit mehr als 60 Stunden leisten die Jäger an diesem einen Wochenende, um ihre Reviere auf Vordermann zu bringen. Neben ihrer Freizeit investieren die Jäger beträchtliche private Gelder, um den Artenreichtum und für die Region typische Kulturlandschaften zu erhalten.

Besonders eklig bei der Sammelaktion: Selbst Tüten voller benutzter Windeln und mit Urin gefüllte Flaschen fliegen achtlos in die Natur, berichteten die Jäger. Gefährlich für die Tiere seien auch Kunststoffabfälle, Draht- und Seilmaterial sowie auslaufende Stoffe wie Öl oder Farben.

Wildkameras filmen

Eigentlich für die Tierbeobachtung installierte Kameras mit Bewegungsmelder haben einige der Umweltsünden bereits im Visier.

„Wir Jäger sind auch Naturschützer“, bekräftigt dennoch Frank Damas die Verantwortung. Denn nur wer die Lebensräume der Tiere hegt, pflegt und mitgestaltet, könne ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzen.

Nicht nur die Weltnaturschutzunion habe diesen Anspruch der Jäger festgehalten. Auch im Bundesjagdgesetz sei fest verankert, dass die Hege, also der Schutz und nachhaltige Nutzung, ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Bewirtschaftung ist.

Hege und Pflege gehören dazu

Zum Erhalt und der Pflege von Wald und Flur zählen darum längst nicht nur die Aufräumaktionen im Wald, sondern weitere Naturschutzmaßnahmen wie Biotopschutz, Biotopvernetzung und gezielte Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten.

Neben der Hege und Pflege kümmern sich die Jäger flächendeckend in Deutschland um Informationen zum Zustand und der Entwicklung heimischer Arten, berichtet der Naturschutzbeauftragte des Hegeringes.

Wölfe und anderes Großraubwild werden nicht selten zuerst von Jägern erspäht, die sich auf der Pirsch in ihren Gebieten befinden. Die Ausbreitung gebietsfremder, invasiver Arten können so dem Wildmonitoringprogramm des Deutschen Jagdverbandes zügig gemeldet werden.