Behnsdorf l Ein Unfall mit einer Kutsche überschattete den Feiertag in Sachsen-Anhalt. Am Donnerstagnachmittag verunglückte eine Pferdekutsche zwischen Behnsdorf und Flechtingen im Landkreis Börde. Nach Angaben der Polizei sind dabei zwei Frauen schwer verletzt worden.

Wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte, hatte sich das Pferde aus noch ungeklärter Ursache erschrocken und war mit der mit fünf Personen besetzten Kutsche durchgegangen. Zwei Männer, die auf der Kutsche saßen, sprangen von der Kutsche, um das Pferd zu beruhigen. Bevor ihnen das jedoch gelang, fuhr die Kutsche mit einem Rad gegen einen Feldstein und kippte um. Dabei wurden zwei weibliche Personen so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Zum Alter der beiden Verletzten konnte die Polizei am Freitag keine Angaben machen.

PETA fordert Kutschenverbot

Am Freitag meldete sich die Tierschutzorganisation PETA zu Wort. Die Organisation appelliere angesichts dieses Vorfalls an Börde-Landrat Martin Stichnoth, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Börde zu prüfen, wie es in einer am Freitag verbreiteten Presseerklärung heißt. Die Tierschutzorganisation warne seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen. „Dieser Vorfall zeigt erneut, dass die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar sind. Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten", so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA, in der verbreiteten Erklärung. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen."

Laut PETA wurden im Jahr 2018 bei insgesamt 33 Unfällen in Deutschland zehn Menschen getötet und 62 verletzt – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus seien im vergangenen Jahr vier Pferde getötet, vier weitere Tiere verletzt worden. Die mit Abstand häufigste Unfallursache sei ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde gewesen, so PETA.