Haldensleben l Zwei Tage lang hat sich der Althaldensleber Teil des Landschaftsparks in ein historisches Gewimmel aus Marktbuden, Bühnen und Kampf-Arenen verwandelt. Klirrender Stahl traf auf glockenklare Minnesänger, historische Handwerkskunst auf Speis und Trank aus Hörnern und Tontellern.

Aber das Gertrudium ist mehr als nur ein Mittelalterspektakel. Zwar gibt es auch hier Ritterkämpfe, historische Handwerkstechniken und Gaukler-Späße zu erleben, aber wenn die Dunkelheit über das mittelalterliche Lager zieht, verwandelt sich das ganze Gelände in eine mystische Welt aus Feen, Kobolden und anderen Fabelwesen. Spektakuläre Installationen aus Licht und Farbe lassen die Bäume im Landschaftspark mystisch erstrahlen.

Ritter und Gaukler

Einen besonderen Auftakt gab es in diesem Jahr bereits am Vorabend des Gertrudiums. An der Ruine Nordhusen wurde zur romanischen Nacht der Lichter eingeladen. Anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Straße der Romanik gab es in der Dämmerung vor der beeindruckenden Kulisse der Ruine ein Konzert mit gregorianischen Gesängen des renommierten montalbane-Ensembles. Begleitet wurde der Abend von den „Weißen Musen“. Die auf Stelzen elegant scheinbar umherschwebenden Damen sorgten bereits am Vorabend des Gertrudiums für ein mystische Stimmung.

Bilder

Wie schon im vergangenen Jahr setzte das Gertrudium aber auch auf einen Kontrast. Am Eingang des Festgeländes wurde einer ganz anderen Zeit gehuldigt. In Kostümen aus den 1920er Jahren wurde rund um den Ölmühlenteich gefeiert, gesungen und getanzt. Waschweiber schrubbten mit ihren weißen Hauben einander den Rücken und auf der Bühne sang das Damen-Salon-Trio „Klatschmohn“ von den goldenen Zeiten.

Mittelalter und Zwanziger Jahre

Die Mischung hat es auch in diesem Jahr wieder klar gemacht: Beim Haldensleber Gertrudium können die Besucher für einige Stunde in eine andere Zeit abtauchen und die Seele baumeln lassen.