Wegenstedt l Von der Grundschule „Am Wald“ in Wegenstedt führt ein schmaler fast zugewachsener Radweg über zwei Kilometer nach Etingen. Volkmar Preetz (FUWG) aus Elsebeck, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde Calvörde, erklärte bei der jüngsten Sitzung des Gremiums: „Wir – als Gemeinde – haben einen Teil der Strecke in der Gemarkung Wegenstedt in unserer Hoheit. Wir müssen nun einen Grundsatzbeschluss fassen, ob wir uns am Radwegebau beteiligen.“

Rückblick: Eine Bürgerinitiative „Pro Radweg“ kämpft seit fünf Jahren für den Bau des straßenbegleitenden Radweges entlang der Landesstraße 24 von Wegenstedt nach Oebisfelde. Als einen Teilerfolg sehen die Mitglieder der BI die Entscheidung der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalts und der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, erste Schritte zur Umsetzung des Radwegebaus von Etingen nach Wegenstedt und von Kathendorf nach Rätzlingen auf den Weg zu bringen. Träger der Maßnahme ist das Land Sachsen-Anhalt.

Initiative sieht Teilerfolg

Der geplante Radweg in der Gemarkung Wegenstedt soll eine Breite von 2,50 Metern mit einer beidseitigen Bankette von je 50 Zentimetern bekommen. Der Ausbau könnte in Asphaltbauweise erfolgen. Rechts und links des Radweges ist die Herstellung eines Wurzelschutzes vorgesehen.

„Für die Beteiligung am Ausbau des Radweges sind Mittel für das Haushaltsjahr 2020 durch die Gemeinde Calvörde von etwa 150.000 Euro bereitzustellen. Dazu kommen noch die Planungskosten. Die Mittel sind von der Gemeinde vorzufinanzieren. Wir gehen also nur in Vorleistung“, erklärte Preetz. Der Bauausschussvorsitzende betonte, dass die Gemeinde Calvörde die Haushaltsmittel zu 100 Prozent von der LSBB nach Fertigstellung der Arbeiten zurückfordern wird.

Gemeinde Calvörde geht in Vorkasse

Gemeinderatsmitglied Robert Becker (CDU) aus Calvörde fragte verwundert, warum die Kosten für den Ausbau der 374 Meter langen Teilstrecke so hoch seien. „Zu den Kosten gehört auch der Wurzelschutz. Das heißt nicht, dass nur primär die Wurzeln der Bäume geschützt werden, sondern der Radweg soll vor Wurzelaustrieben bewahrt werden, damit der geschlossene Asphalt nicht wieder aufbricht“, erklärte Preetz. Der kostenintensive Wurzelschutz und das korrosionsfeste Material müssten komplett über die gesamte Strecke in einer bestimmten Tiefe eingebracht werden. 

Gerhard Reinecke (CDU) aus Wegenstedt, Mitglied im Gemeinderat, wollte wissen, in welcher Höhe der Radwegbau ganz genau beginnt. „Der Ausbau geht von der Gemarkungsgrenze bis zum Anfang des Gehweges in der Höhe der Einfahrt zur Grundschule Wegenstedt“, erläuterte Silvia Dörheit, Mitarbeiterin des Bauamtes der Verbandsgemeinde Flechtingen. Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) aus Grauingen betonte: „Wir übernehmen die Kosten in Vorkasse. Das geht nur mit einem Zwischenfinanzierungskredit, denn die 150.000 Euro sind ja schon eine große Hausnummer, die aber nicht unseren Haushalt belasten. Wir kriegen die Mittel ja zu 100 Prozent zurück.“

Arbeiten bereits 2020

Die Arbeiten könnten bereits 2020 vorgenommen werden. Alle Mitglieder des Bauausschusses empfahlen dem Calvörder Gemeinderat, dem geplanten Bauvorhaben zu zustimmen. Der Rat tagt am Donnerstag, 26. September 2019, um 18.30 Uhr im Goldenen Löwen in Calvörde.