Arge Zahlen und Fakten

- Acht Einheits- und Verbandsgemeinden sind in der Arbeitsgemeinschaft: Verbandsgemeinde Westliche Börde, Verbandsgemeinde Elbe-Heide, Stadt Wanzleben-Börde, Stadt Oschersleben, Gemeinde Niedere Börde, Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Verbandsgemeinde Flechtingen, Gemeinde Barleben

- 68 Prozent der Gemeindegebiete sind aktuell „weiße Flecken“

- Glasfaser wird direkt bis ins Gebäude verlegt

- 1330 Kilometer Tiefbau sind vonnöten

- 2544 Kilometer Leerrohre werden verlegt

- 6793 Kilometer Glasfaserkabel

- 31831 potenziell zu erschließende Adressen

- 5591 potenziell zu erschließende Unternehmen

- Weitere Infos unter www.boerdekreis.de unter dem Reiter Börde-Ohre-Breitband sowie www.dns-net.de. Den Stand der abgeschlossenen Vorverträge je Gemeinde kann man unter www.breitbandengel.de abrufen.

Haldensleben l Der Kreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung die Zweckvereinbarung zwischen dem Landkreis und den acht in der Arbeitsgemeinschaft beteiligten Verbands- und Einheitsgemeinden beschlossen. Nach viel Vorarbeit „hinter den Kulissen“ soll es jetzt mit großen Schritten weiter vorangehen. Vom Bund hat die Arge bereits eine Förderung von mehr als 95 Millionen Euro für den Breitbandausbau erhalten. Ein Konzessionspartner ist mit dem Unternehmen DNS:NET auch gefunden. Das heißt: Unter Federführung des Landkreises wird das Glasfasernetz gebaut, DNS:NET betreibt das Netz dann.

Glasfaser bis ins Gebäude

Ende 2017/Anfang 2018 soll nun mit dem flächendeckenden Ausbau begonnen werden. Das Besondere daran ist: Es wird ein Giga-Netz aufgebaut. Glasfaser wird bis ins Haus verlegt. Ein großer Unterschied zu dem derzeit in einigen Orten des Landkreises laufenden Ausbaus des Telekomnetzes. Die Telekom setzt momentan noch auf die sogenannte Vectoring-Technik. Hier laufen zwar Glasfaserkabel bis in einige Orte, doch nur bis zu Verteilerkästen. Die Hausanschlüsse selbst behalten ihre Kupferkabelanschlüsse. Das bringt kurzfristig zwar eine Verbesserung der Geschwindigkeiten, werde mittelfristig mit steigendem Bedarf aber nicht ausreichen, sagt Holger Haupt, Breitbandbeauftragter im Landkreis Börde. Der Landkreis und die acht beteiligten Kommunen setzen hier auf langfristige und sichere Lösungen: Glasfaser direkt bis ins Haus. Somit sind Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich garantiert – ohne künftige weitere Ausbaustufen.

„Wir brauchen künftig Übertragungsgeschwindigkeiten, die deutlich über 200 Mbit/s bis 1000MBit/s und mehr schaffen. Und das geht nur mit Glasfaserleitungen bis ins Gebäude“, so Holger Haupt. Die Grundversorgung von morgen werde bei 50MBit/s anfangen. Da, wo die Telefonnetze von heute an die Grenzen kommen.

Ziel der Arge Breitband ist es, dass es künftig keine weißen Flecken mehr geben wird. Geplant ist der tatsächliche flächendeckende Ausbau. Das schließt auch den flächendeckenden Anschluss der Schulen ein, sagt Landrat Hans Walker. Außerdem schließt der Landkreis alle Gewerbetreibenden und Freiberufler an das Glasfasernetz an - nicht nur die, die in Gewerbegebieten sitzen. „Nur etwa zehn Prozent der Gewerbetreibenden sitzen in Gewerbegebieten, 90 Prozent liegen außerhalb“, verdeutlicht Holger Haupt. Ein Zweiklassennetz soll unbedingt vermieden werden.

Info-Veranstaltungen in den Orten

Aktuell läuft bereits die Akquise für den Breitbandausbau. In Informationsveranstaltungen erläutern der künftige Netzbetreiber DNS:NET und die Arge-Verantwortlichen im Bereich der Westlichen Börde und der Stadt Oschersleben mit ihren Ortsteilen über das künftige „Bürgernetz“. Denn erst wenn genügend Bürger auch einen Vorvertrag schließen, kann gebaut werden. Die erste Kommune mit einer Vorvertragsquote von bereits über 60 Prozent ist Wulferstedt. Weitere Gemeinden melden sich. Nach der Westlichen Börde und Oschersleben geht es im Norden des Landkreises weiter: Oebisfelde-Weferlingen und Elbe-Heide sind die nächsten, in denen Informationsveranstaltungen stattfinden werden. Jede Gemeinde steigt dann in ein Bauprojekt ein, wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben ist und genügend Vorverträge geschlossen sind.

Doch wie funktioniert der eigentliche Ausbau? Im Kreisgebiet liegen bereits Glasfasernetze. Beispielsweise vom Energieversorger Avacon für die Steuerung ihrer Anlagen. Dieses und weitere bereits bestehende Glasfasernetze sollen genutzt werden, um an die jeweilen Orte zu kommen. Dazu schließt die Arge Pachtverträge mit den jeweiligen Glasfasernetz-Inhabern. Wo noch benötigte „Querverbindungen“ fehlen sollten, oder die Pachtung des bestehenden Netzes unwirtschaftlich ist, baut die Arge ein Glasfasernetz. In den jeweilen Orten selbst findet der eigentliche Ausbau statt. Hier wird das Glasfasernetz bis ins jeweilige Haus verlegt. Hausanschlusskosten fallen laut Arge in der Hauptausbauphase nicht an.