Walbeck l Einen der schönsten Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt hatte Markus Serra in der vergangenen Woche. Das sagt er selbst über die Stiftskirchenruine auf dem Hagen hoch über den Dächern von Walbeck. Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und lauter netten Leuten hat er mit seiner rollenden Werkstatt an zwei Tagen zwei solargetriebene WLAN-Stationen aufgebaut, ehe es weiter zur Kirche ging, wo an der Heimatstube ein dritter Mast freies WLAN ermöglicht.

Walbeck ist eine von 58 Stationen entlang der Straße der Romanik. 2,5 Millionen Euro lässt sich das Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt die moderne Vernetzungsform mit freiem WLAN kosten. Neben der geschichtsträchtigen Tour profitiert auch das Projekt Gartenträume mit 46 Standorten und vier gemeinsamen Orten vom Projekt.

Markus Serra ist schon seit November im Namen seiner Münchner Firma „The Cloud“ in ganz Sachsen-Anhalt unterwegs, um die Technik zu installieren. „Ohne diesen Auftrag wäre ich wohl nie nach Sachsen-Anhalt gekommen und hätte die Schönheit der Landschaften kennengelernt“, räumt der Techniker ein. „Hier gibt es lebendige Geschichte“, sagt er beeindruckt.

Einheitsgemeindebürgermeister Hans-Werner Kraul und Wirtschaftsförderer Peter Schorlemmer waren mit IT-Administrator Sirko Hinrichs zur Bauabnahme der Masten erschienen.

Sie hoffen, dass mit den Anlagen für freies WLAN sorgsam umgegangen wird, schließlich profitieren nicht nur Touristen davon, sondern alle, die sich im Umkreis einloggen wollen. Auf dem Handy braucht man unter Einstellungen nur WLAN auswählen und eines der beiden Stichworte Romanik oder Gartenträume auswählen, um mit dem kostenfreien Internetzugang verbunden zu sein.

So sollen die geschichtsträchtigen Standorte aufgewertet und besser vermarktet werden, erklärte Wirtschaftsminister Armin Willingmann zum Auftakt des Projektes im vergangenen Jahr. Die Tourismusroute Straße der Romanik war 1993 ins Leben gerufen worden. Sie vereint auf mehr als 1000 Kilometern Länge Bauwerke aus der Epoche der Romanik, darunter befinden sich Klöster und Dome, Dorfkirchen, Burgen und Schlösser. Die Besucherzahl wird mit jährlich rund 1,6 Millionen Menschen angegeben.

Aufmerksame Walbecker hatten am Mittwoch den Ortsbürgermeister auf den Gast mit Wohnwagen auf dem Hagen aufmerksam gemacht, wo man nämlich normalerweise nicht parken darf. Der hatte daraufhin die Polizei verständigt und sich am Abend noch selbst aufgemacht, um den Besucher dar-auf aufmerksam zu machen. Das Missverständnis hatte sich dann schnell aufgeklärt.