Uhrsleben l Der Haupteinsatzort für die Freiwillige Feuerwehr Uhrsleben bleibt die Autobahn 2. Nach Unfällen mussten die Kameraden im vergangenen Jahr siebenmal auf die Autobahn ausrücken, um Leben zu retten, eingeklemmte Insassen aus Pkw oder Lkw zu befreien und dafür Sorge zu tragen, dass die Fahrbahnen zügig wieder freigegeben werden konnten.

Insgesamt 16 Einsätze resümierte Wehrleiter Christoph Karschunke zur jüngsten Jahreshauptversammlung für das vergangenen Jahr. Auffällig, dass sechs Einsätze davon auch direkt in Uhrsleben erfolgten. Das sei, so der Wehrleiter, in den vergangenen Jahren eher selten vorgekommen. Zwei Brände und zwei Hilfeleistungen für das Rettungswesen fanden praktisch vor den Toren des Gerätehauses statt. Eine Hilfeleistung erfolgte auf dem Rastplatz an der A2. Auch die Bundesstraßen 1 und 245 beschäftigen die Kameraden des Öfteren.

Weniger als anderswo hatten die Kameraden im Vorjahr mit den Folgen der wochenlangen Hitzeperioden und Sturmschäden zu tun.

Reifenplatzer im Einsatz

Eine Einsatzfahrt am 21. Juli ist allen wohl noch gut in Erinnerung, denn auf der schnellen Fahrt zur Unfallstelle auf die A2 platzte am TSFW ein Reifen, blickte der Wehrleiter zurück. Zum Glück wurde kein Kamerad dabei verletzt. Die Gemeindewehrleitung reagiert schnell, und wenige Tage später wurde ein komplett neuer Reifensatz montiert.

Bei den 16 Einsätzen wurden 31 Stunden und 46 Minuten geleistet. Pro Einsatz wurden also durchschnittlich fast zwei Stunden investiert. Auf die Kameraden im Einsatz entfallen insgesamt 266 Stunden. Mit jeweils zehn gefahrenen Einsätzen rückten Erik Sommermeyer und Christoph Karschunke im vergangenen Jahr am häufigsten mit aus.

Zwei Stunden pro Einsatz

Christoph Karschunke blickte mit seinem Jahresbericht im Versammlungsraum des Feuerwehrgerätehauses aber nicht nur auf das Einsatzgeschehen zurück, sondern auch auf die zahlreichen weiteren Aktivitäten, allen voran die ständigen Aus- und Weiterbildungen für die aktiven Feuerwehrleute.

Viel los bei den Ausbildungen

Viele Stunden Ausbildung hätten die 20 Frauen und Männer in das Ehrenamt gesteckt, um auf den Laufenden zu sein, um Fahrzeuge, Ausrüstungen und Technik im Einsatzfall schnell einsatzbereit zu bekommen. Mindestens eine Schulung pro Monat habe dafür im Gerätehaus stattgefunden, darüber hinaus seien Kameradinnen und Kameraden zu Fortbildungen auswärts wie in Haldensleben im Amt für Brand- und Katastrophenschutz oder in der Feuerwehrschule in Heyrothsberge unterwegs gewesen. Beim Ausbildungsgeschehen konnten die Uhrsleber gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen.

Die Anschaffung einer Bereitstellungsplane für technische Hilfeleistungen habe sich bereits ausgezahlt. Bei Einsätzen könnten die benötigten Geräte gezielt und schnell bereitgelegt und so genutzt werden.

Für den Ernstfall vorbereitet

Der Wehrleiter weiß trotzdem: „Was nicht regelmäßig zum Einsatz kommt, ist nicht so leicht abrufbar. Wir haben flexible Aufgaben, auf die es im Ernstfall schnell zu reagieren gilt.“ Als Beispiel nannte der Brandmeister die beiden Einsätze, bei dem hilflose Personen hinter verschlossenen Türen vermutet wurden.

Seinen Dank richtete er an alle Kameraden, einschließlich der Alters- und Ehrenabteilung, die nahezu durchgängig eine Einsatzbereitschaft der Uhrsleber Feuerwehr gewährleisten konnten. Die Erfahrung der langjährigen Feuerwehrmitglieder aus der Alters- und Ehrenabteilung seien eine wichtige Stütze im ehrenamtlichen Feuerwehralltag.

Neue Kameraden gesucht

Die Gewinnung eines neuen Kameraden, der auch gleich mit seiner Grundausbildung beginnen konnte, ist Ansporn, weitere Uhrsleber anzusprechen, die die Reihen der Brandschützer verstärken können.

Die erfolgreiche Teilnahme am Feuerwehrwettkampf in Ivenrode, bei dem die Uhrsleber den 4. Platz erkämpften, wertete Christoph Karschunke als Folge davon, dass auch dank des Feuerwehrvereins neue Wettkampftechnik angeschafft werden konnte.

Feuerwehr als Gastgeber

Neben den typischen Aufgaben der Brandschützer gehören die Uhrsleber auch zu den kulturellen Stützen in ihrem Ort. Wetterbedingt wurde aus dem Osterfeuer kurzerhand ein Maifeuer gemacht, bei der Aufstellung des Maibaumes am Vorabend des 1. Mai wurde ebenfalls seitens der Brandschützer Hand angelegt. Mehr als 100 Gäste konnten sie bei ihrem traditionellen Tag der offenen Tür am 3. Oktober begrüßen.

Als Gastgeber fungiert die Feuerwehr nicht nur monatlich mit ihren Räumlichkeiten, einmal im Jahr umsorgen die Kameraden auch die Senioren aus dem Ort bei einem Grillnachmittag. Der Einladung anlässlich des 200. Fernfahrerstammtisches auf den Rasthof Uhrsleben waren sie ebenfalls und trotz großer Hitze gern gefolgt.

Investiert wurde in die Sicherheit, denn nach einem Einbruch im Sommer haben die Kameraden reagiert und sich professionelle Hilfe bei der Benennung von Schwachstellen geholt. Vier solche Stellen wurden am Feuerwehrgerätehaus aufgezeigt, die - da kostenaufwändig - nun sukzessive nachgebessert werden sollen. Erste Maßnahmen wurden mit Hilfe der Gemeinde bereits umgesetzt, weitere sollen noch folgen.